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Sommersemester 2017


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KOLLOQUIUM

Forschungs- und Doktorandenkolloqium

Mo, 24.4. 11.30 – 13.30 Uhr

Meike Wanner, Michael Kuhmann

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet DoktorandInnen und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.

LEITUNG
Direktorium des ZeM
KOORDINATION
Dr. Adelheid Heftberger, ZeM


Die Diskrepanz zwischen persönlicher Einstellung und Meinungsklimawahrnehmung. Empirische Analysen am Beispiel Ansehen der Bundeswehr
Meike Wanner

Daten der langjährigen Bevölkerungsbefragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr weisen, hinsichtlich der Einstellung der Bundesbürger zu den Streitkräften, seit vielen Jahren beständig darauf hin, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger der Bundeswehr positiv gegenübersteht, ihr Vertrauen schenkt und sie als wichtigen Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland erachtet. Seit 2012 beinhaltet der Fragebogen auch eine Frage zur Meinungsklimaeinschätzung. Die Befragten sollen antizipieren, ob das gesellschaftliche Ansehen der Bundeswehr hoch, durchschnittlich oder gering ist. Im Ergebnis zeigt sich, dass nur eine Minderheit der Befragten glaubt, dass das gesellschaftliche Ansehen der Bundeswehr hoch ist. Offenbar existiert in Teilen der Bevölkerung eine Diskrepanz zwischen den auf individueller Ebene repräsentativ erfragten und aggregierten Meinungsverteilungen und der öffentlichen Meinung, dem wahrgenommenem Meinungsklima zu dieser Thematik. Unter Verwendung eines medienzentrierten Untersuchungsansatzes, der auf den Einfluss medienspezifischer Wahrnehmungsphänomene fokussiert, soll die folgende übergeordnete Frage geklärt werden: Wie lässt sich die Diskrepanz zwischen persönlicher Einstellung und Meinungsklimawahrnehmung am Beispiel Ansehen der Bundeswehr erklären?

Ehemals Photodrogerie Hess – Zur Geschichte eines Fotohauses
Michael Kuhmann

Ich schreibe über die Geschichte von Foto-Video Hess. Gegründet wurde das Fotofachgeschäft 1926 als Fotodrogerie Hess. Immer noch in Familienbesitz befinden sich die Geschäftsräume am ursprünglichen Standort in Berlin-Charlottenburg.
Das Produktsortiment hat sich im Gegensatz zum ursprünglichen Angebot an Drogerieartikeln und ergänzenden fotografischen Produkten mittlerweile fast ausschließlich auf hochwertige Fotoartikel und die damit verbundenen Beratungs- und Dienstleistungen für gehobene Amateure und Berufsfotografen spezialisiert. Ich erstelle anhand der Geschichte dieses Fotohauses eine Entwicklungsgeschichte sowohl foto- wie medienhistorischer Art vor allem der Konsumgüterbranche und arbeite dabei überwiegend mikrogeschichtlich aber auch fachübergreifend. Foto-Video Hess und dessen Beschäftigte stehen dabei für mich stellvertretend für einen Typ (Foto-)Fachgeschäft, welcher im Verlauf von annähernd einem Jahrhundert unterschiedlichsten Veränderungen und Herausforderungen von der Gründung der Zeiss-Ikon AG 1926 über das Aufkommen der Japanischen Fotoindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur Digitalisierung ausgesetzt war.

Personen

Meike Wanner ist seit 2014 Doktorandin am Lehrstuhl Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Potsdam. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich Militärsoziologie am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam. Zuvor war sie am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr (SOWI) und in unterschiedlichen Markt- und Meinungsforschungsinstituten beschäftigt. Von 2000 bis 2005 hat Frau Wanner Soziologie, mit Schwerpunkten im Bereich Mediensoziologie, Sozialpsychologie und Empirischer Sozialforschung, an der Universität Trier studiert und mit ihrer Diplomarbeit mit dem Titel Weblogs - Darstellung, Analyse und mögliche Konsequenzen für den konventionellen Journalismus erfolgreich abgeschlossen.

Michael Kuhmann ist Doktorand an der FH Potsdam/Universität Potsdam (EMW) bei Prof. Winfried Gerling und Prof. Dr. Heiko Christians. Davor Studium der Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik an der Technischen Universität Berlin, abgeschlossen mit der Arbeit Die Farbenforschung von Edwin H. Land: Ein Überblick. Zuvor BA-Studium der Kunstgeschichte/Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, Abschlussarbeit Die ADGB-Bundesschule in Bernau und deren Architekt Hannes Meyer. Schüler des Fotografen Arno Fischer.


SEMINAR

Visuelle Dramaturgie im narrativen Film

Di, 25.4. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Ort
Achtung Raumänderung
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.22.038


In dem Seminar werden die Grundlagen der Dramaturgie der offenen Form (Volker Klotz) vermittelt und die dramaturgische Analyse von Filmen mit einer "epischen" und einer konzeptionellen visuellen Dramaturgie eingeübt. In der Analyse werden die Bedingungen der Produktionsästhetik von Kamera, Licht, Montage als auch des Schauspiels und der Szenografie berücksichtigt. Der Blick für die dramaturgische Funktion der filmästhetischen Mittel soll geschult werden. Der Fokus liegt auf narrativen Filmen mit einer metaphorischen Bildsprache, wie in Filmen von Antonioni, Kubrick, Lynch, Varda, Tarkowski oder Weerasethakul u.a.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt!

KOORDINATION
Dr. Adelheid Heftberger, ZeM


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge (UDK, FU Berlin, Merz Akademie Stuttgart, Hochschule für Musik und Theater MB Leipzig u.a.). Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der HU zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der KHM Köln, Diplom 2006.
2013 hatte ihr (mit Constanze Ruhm realisierter) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen das (mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das mit Kerstin Stutterheim herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag. Webseite: www.christinelang.eu.


WORKSHOP

Feeling out of Joint? Das Unbehagen an der Affektpolitik

27. – 28.4.

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


27. April 2017 von 15:00 bis 20:00
28. April 2017 von 10:00 bis 13:00


In den letzten Jahren haben sich die sogenannten „social media“ zunehmend als Beförderer antisozialen und antisolidarischen Verhaltens entpuppt. Begonnen hat dies zunächst mit dem exzessiven Gebrauch der sozialen Medien als narzisstische (Re-)Präsentationsforen. Doch die kulturkritischen Anklagen dieses Verhaltens lesen sich heute bereits als Reminiszenzen an eine vergangene Zeit der Harmlosigkeiten. Denn die Verbreitung von Neid, Wut und Hass (also von territorialisierenden Affekten im Sinne von Deleuze/Guattari) hat im Internet zuletzt geradezu epidemische Ausmaße angenommen – und die psychische Gewalt, die hierbei ausgeübt wird, hat oftmals auch den Ausbruch physischer Gewalt zur Folge. Dazu kommt ein neuerdings auch in der Politik in Mode gekommenes Beharren auf „gefühlten Wahrheiten“, die in verstörender Faktenresistenz auf die Autorität des jeweils sich meldenden Affekts pocht.
Diese Entwicklungen machen die Frage nach der „Ordnung der Gefühle“ wieder relevant, die im akademischen „Begehren nach dem Affekt“ der letzten Dekade wohl zu wenig beachtet wurde. Warum versagen die Kulturtechniken der Affektregulation auf einmal in so massivem Ausmaß? Welche neuen Methoden der Affektregulation emergieren jetzt gerade? Handelt es sich dabei jeweils um Top-Down oder um Botton-Up-Methoden, oder lässt sich dieses hierarchische Modell gar nicht mehr zielführend anwenden? Welches Unbehagen verlangt angesichts der von zeitgenössischen Affektpolitiken nach Artikulation?

Konzeption und Durchführung:
Dr. Bernd Bösel in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Marie-Luise Angerer Kooperativer Studiengang „Europäische Medienwissenschaft“ der Universität Potsdam und FH Potsdam.

KOORDINATION
Dr. Bernd Bösel, Universität Potsdam
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Bernd Bösel ist seit dem Wintersemester 2015 / 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Er arbeitet an einer Theorie der »Plastizität der Gefühle« mit besonderem Hinblick auf das Wechselverhältnis von gegenwärtigen Affekt- und Psychotechnologien und philosophischen Selbst- und Psychotechniken. Veröffentlichungen: mit Patrick Baur und Dieter Mersch (Hg.): Die Stile Martin Heideggers (2013), mit Eva Pudill, Elisabeth Schäfer (Hg.): Denken im Affekt (2010); Philosophie und Enthusiasmus – Studien zu einem umstrittenen Verhältnis (2008). Mehr unter Bernd Bösel

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unter Marie-Luise Angerer


GASTVORTRAG

Feeling out of Joint - Das Unbehagen an der Affektpolitik

Gefühlsordnungen der Unzufriedenheit: Affektpolitiken und Emotionsregime des Dissens

Do, 27.4. 18.00 Uhr

Dr. Veronika Zink, Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


Im Zentrum des Vortrags wird eine Auseinandersetzung mit zwei prävalenten Formen des politischen Widerstands in der Gegenwartsgesellschaft stehen, die gemeinhin entgegensetzte Pole des politischen Spektrums markieren: dem Aufbegehren identitärer, sozial exklusiver Bewegungen einerseits und nicht-repräsentativer, nicht-identitärer sozialer Bewegungen andererseits, die das Ideal einer offenen Gesellschaft suchen zu verkörpern. Ziel des Vortrags wird es sein, die Gefühlsordnungen dieser recht idealtypischen Formen des gesellschaftlichen Dissens zu verstehen: von der emotionalen Kommunikation der Unzufriedenheit mit den Mitteln distinkter Emotionen wie Wut und Ärger auf der einen Seite bis hin zum Hoffen auf liquide Affektpolitiken der Freundschaft auf der anderen Seite. Die hier jeweils repräsentierten Gefühlsordnungen des Widerstands geben, so die These, nicht nur auf unterschiedliche Weise einer Erfahrung der Nichtigkeit ihren Ausdruck, sondern rekurrieren gleichwohl auf disparate Vorstellungen von Subjektivität und Sozialität. Aus soziologischer Sicht stellt sich dabei die Frage, inwiefern diese Gefühlskulturen des Dissens gegenwärtige sozio-ökonomische Bedingungen und etablierte gesellschaftliche Strukturen reflektieren.

KOORDINATION
Dr. Bernd Bösel, Universität Potsdam
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Dr. Veronika Zink ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationssoziologie an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg. Nach ihrem Studium der Soziologie, Philosophie, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz promovierte sie 2014 im Rahmen des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“ an der Freien Universität Berlin zum Thema „Von der Verehrung. Eine kultursoziologische Untersuchung“. Anschließend war sie als Research Postdoc am kulturwissenschaftlichen Graduiertenzentrum (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. Aus einer gegenwartsdiagnostischen Perspektive und in Auseinandersetzung mit Prozessen des sozialen Wandels und der kulturellen Transformation liegt ein Hauptaugenmerk ihrer Forschung auf der Untersuchung der Schnittstellen zwischen Kultur und Ökonomie.

Dr. Bernd Bösel ist seit dem Wintersemester 2015 / 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Er arbeitet an einer Theorie der »Plastizität der Gefühle« mit besonderem Hinblick auf das Wechselverhältnis von gegenwärtigen Affekt- und Psychotechnologien und philosophischen Selbst- und Psychotechniken. Veröffentlichungen: mit Patrick Baur und Dieter Mersch (Hg.): Die Stile Martin Heideggers (2013), mit Eva Pudill, Elisabeth Schäfer (Hg.): Denken im Affekt (2010); Philosophie und Enthusiasmus – Studien zu einem umstrittenen Verhältnis (2008). Mehr unter Bernd Bösel

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unter Marie-Luise Angerer


SEMINAR

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Do, 4.5. 14.00 – 17.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi, ZeM

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.

Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.


Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


WORKSHOP

Open Data und Tourismus

Do, 4.5. 18.00 – 21.00 Uhr

Sebastian Meier, FH Potsdam/Interaction Design Lab

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Offenheit und Vernetzung sind seit jeher eine Grundkomponente der
Tourismusbranche. Seien es die Informationen über Wanderwege,
Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten oder den Preisen von
Herbergsbetten, sie wurden immer breit geteilt und sollten aus
naheliegenden Gründen allen zugänglich sein.
Doch wie lässt sich diese Grundeinstellung auch in einer zunehmend
digitalisierten Welt leben und beibehalten? Wie ermöglicht Offenheit gar
neue Produkte und Geschäftsmodelle für traditionelle Tourismusanbieter?
Offene Daten (OD) sind auf vielfältiger Weise Antwort und Mittel diese
Fragen zu beantworten. Auf der kleinsten Ebene der Information ansetzend
ermöglicht OD was im digitalen Raum das Wichtigste ist, das schnelle
Teilen, Sammeln und Verbessern von Daten einzelner Datenanbieter. Vom
Privattouristen der nach konkreten Angeboten und Tourismuszielen sucht,
über den Content einer digitalisierten Gästemappe bis zum großen
Reiseanbieter der systematisch Regionen erforscht um ihr Potential zu
erfassen, braucht es Daten verschiedenster Anbieter und damit einen
kollektiven Ansatz auf die die Fragen der Digitalisierung zu reagieren.

Die Stadt Potsdam hat sich selbst Nachholbedarf in Sachen Tourismus und
Digitalisierung attestiert. Anhand der Stadt wollen wir zeigen und
diskutieren was für ein Potential in offenem Tourismus liegt.

Dabei ist Open Data kein Produkt eines Anbieters sondern eine
Einstellung wie man sich und seine Produkte online aufstellt.

KOORDINATION
Sebastian Meier, FH Potsdam/Interaction Design Lab


Personen

Sebastian Meier ist Forscher im Bereich räumlicher Datenvisualisierungen und mobiler Systeme im Interaction Design Lab an der Fachhochschule Potsdam.
Aktuell arbeitet Sebastian Meier an seiner Doktorarbeit zum Thema “Location based visual analytics”, die er in Kooperation mit der Universität Potsdam (Geoinformatik) durchführt. Seine Forschungsinteressen umspannen das Feld räumlicher Daten- und Informationsvisualisierungen, insbesondere die kognitiven Rahmenbedingungen welche die Wahrnehmung und das Verständnis selbiger bedingen.
2009 absolvierte Sebastian sein Diplom im Bereich Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf und 2011 erlangte er seinen Master im Bereich Interface Design an der Fachhochschule Potsdam. Während der letzten zehn Jahre arbeitete er für diverse Projekte in Wirtschaft und Forschung. Seit 2009 unterrichtet er in den Bereichen generativer Gestaltung, Interface Design, Prototyping und Datenvisualisierung an der Fachhochschule Düsseldorf, Trier und Potsdam.
Seit 2012 ist er Mitglied des Interaction Design Lab.


5. Potsdamer Tag der Wissenschaften

Sa, 13.5. 13.00 – 20.00 Uhr

Ort
Wissenschaftspark Potsdam Golm



Am Samstag, dem 13. Mai 2017 findet der 5. Potsdamer Tag der Wissenschaften statt. In diesem Jahr wird auch erstmalig das Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften im Wissenschaftspark Golm vertreten sein. Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten werden ihre Arbeiten vorstellen und auch Mitglieder des ZeM werden vor Ort sein und ihre Projekte präsentieren.

Dr. Tobias Conradi: Terror und Normalität - Die deutsche Berichterstattung der Anschläge vom 7. Juli 2005 in London
Alexander Zöller: Das ehemalige Reichsfilmarchiv (1934-1945) - eine Institution der nationalsozialistischen Filmpolitik
Kai Knörr: Funk-Haus-Heimat. Vor- und Nachgeschichten zum Radio in Deutschland

In unserem Info-Stand präsentieren wir den ganzen Tag über Video-Arbeiten von Sarah Maske ("Ökologische Kunst und ihr Prozess – Videoausstellung") und Florian Goldmann ("Katastrophenmodelle. Dem Unermesslichen ein Maß"). Außerdem wird in unserem Zelt das DIGAREC Netzwerk zu Gast sein und unter dem Titel "Aktiv spielen und analysieren. Wie funktionieren Computerspiele?" BesucherInnen Einblick in die Computerspielforschung geben.

Mehr Informationen über den Potsdamer Tag der Wissenschaft 2017 finden Sie hier.

Wir freuen uns darauf, Sie beim Potsdamer Tag der Wissenschaft begrüßen zu dürfen.


WORKSHOP

Feeling out of Joint? Das Unbehagen an der Affektpolitik

18. – 19.5.

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


18. Mai 2017 von 15:00 bis 20:00
19. Mai 2017 von 10:00 bis 13:00

GASTVORTRAG

Feeling out of Joint - Das Unbehagen an der Affektpolitik

Projection, Passion, Speculation ca. 1700

Do, 18.5. 18.00 Uhr

Dr. Pasi Väliaho, Goldsmiths, University of London

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


This talk takes a historical look at some of the concerns we are facing today with the triumph of the neoliberal economy – an economy that is underpinned by a post-democratic political reality populated by atomistic individuals programmed in their desires to compete for possession and wealth but at once overwhelmed by fears, dangers and risks. The talk goes back to what historians call the “financial revolution” that took place in England at the turn of the seventeenth and eighteenth centuries, and the ensuing financial crisis that shook Europe in the late 1710s. It was during this time that speculation with future gain was first established as a key mode of capital accumulation (in close relation with colonial trade) with significant socio-psychological consequences. The “revolution” was accompanied with the rise of a new kind of “possessive individual” attached to expectations, calculations and imaginary gains, and driven by passions, needs and self-interests – as well as, curiously, with particular media historical developments. Namely, those involved in trading with futures were called “projectors,” and the virtualization of things and relations via speculation became understood with regard to the key entertainment medium of the time: the magic lantern, which first materialized the kind of virtual and fictional imagery that our current media culture is based on. This talk discusses these coincidences; how both economic relations and images were released from their material constraints as (imaginary or optical) projections, and how simultaneously, the forces of egoistic passions were triggered within the individual as a form of government. Here, we might find resonances with our current (visual) media economy in which selfishness and the pursuit of one’s impulses and desires have been, once again, unleashed as political and economic weapons.

KOORDINATION
Dr. Bernd Bösel, Universität Potsdam
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Dr. Pasi Väliaho is Senior Lecturer in Film and Screen Studies at Goldsmiths, University of London. He studies relations between images, technologies and culture. His work moves across historical periods, from seventeenth-century optical machines to early cinema and contemporary screens, bridging art, science and philosophical thought. His publications include Biopolitical Screens (MIT Press, 2014) and Mapping the Moving Image (Amsterdam UP, 2010), as well as numerous essays and edited collections. His current research project, ‘Kingdoms of Shadows’, investigates the politics and archaeology of the projected image in modernity.

Dr. Bernd Bösel ist seit dem Wintersemester 2015 / 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Er arbeitet an einer Theorie der »Plastizität der Gefühle« mit besonderem Hinblick auf das Wechselverhältnis von gegenwärtigen Affekt- und Psychotechnologien und philosophischen Selbst- und Psychotechniken. Veröffentlichungen: mit Patrick Baur und Dieter Mersch (Hg.): Die Stile Martin Heideggers (2013), mit Eva Pudill, Elisabeth Schäfer (Hg.): Denken im Affekt (2010); Philosophie und Enthusiasmus – Studien zu einem umstrittenen Verhältnis (2008). Mehr unter Bernd Bösel

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unter Marie-Luise Angerer


KOLLOQUIUM

Forschungs- und Doktorandenkolloqium

Fr, 19.5. 11.30 – 13.30 Uhr

Ron Schlesinger / Maike Sarah Reinerth, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet DoktorandInnen und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.

LEITUNG
Direktorium des ZeM
KOORDINATION
Dr. Adelheid Heftberger, ZeM


Die Königs-Figur im deutschen Märchenfilm von 1933 bis 1965
Ron Schlesinger

Die filmische Darstellung und intendierte Wirkung einer Figur kann durch zeitliche und situative Kontexte beeinflusst werden. Zeitgenössische Bezüge können zum Beispiel bestimmte Ideologien widerspiegeln und in Filmfiguren ihre narrative und ästhetische Entsprechung finden. Der deutsche Märchenfilm des 20. Jahrhunderts ist dafür ein treffliches Beispiel. Im besonderen Maße unterliegt die Königs-Figur den wechselnden politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Agiert der Herrscher im Märchenfilm des "Dritten Reichs" als positive Autorität, so ist der König im frühen DDR-Sozialismus ein Sinnbild für Ausbeutung und Dekadenz. Dagegen erscheint der Monarch im BRD-Märchenfilm der 1950er-Jahre als harmlose Vaterfigur. Das Dissertationsvorhaben beschäftigt sich nun mit der Frage, welche äußeren Merkmale und Eigenschaftsbereiche welche Informationen vermitteln, die den König im Rezeptionsakt als fiktives Wesen – und als positive Autorität, Ausbeuter oder Vaterfigur – erlebbar machen. Zudem soll beantwortet werden, welche filmischen Darstellungsmittel mutmaßlich welche figurenbezogenen Informationen über den König liefern, die in bestimmten Strukturen und Filmsequenzen angeordnet sind.

Figurationen des Subjektiven. Zur Darstellung von Imaginationen im Film
Maike Sarah Reinerth

Meine Arbeit untersucht filmische Darstellungen von Imaginationen aus systematischer und historischer Perspektive. Sie konzentriert sich dabei insbesondere auf Erinnerungsflashbacks, die filmästhetisch und -historisch von besonderer Relevanz sind, bezieht aber auch verwandte imaginative Phänomene des Mentalen – wie das Träumen oder Halluzinieren – mit ein. Dabei werden die Darstellungen nicht nur hinsichtlich ihrer audiovisuellen Ästhetik betrachtet, sondern auch mit – teils langfristig konstanten, teils historisch spezifischen und kurzfristig wandelbaren – Vorstellungen über Erinnerung und Imagination zusammengebracht. Ich versuche damit aufzuzeigen, wie wissenschaftliche Spezialdiskurse, alltagstheoretische Annahmen und intersubjektive Aspekte der (Welt- und Selbst-)Erfahrung, ebenso wie z.T. auf biologischen Dispositionen beruhende kognitive Konstanten bei der Produktion, Ästhetik und Rezeption speziell von Imaginationsdarstellungen – aber auch von Filmen im Allgemeinen – zusammenwirken. Zugleich entsteht dabei eine Geschichte des Erinnerungsflashbacks, die ihren Gegenstand jedoch nicht als analytisch isolierbares, rein ästhetisches Stilmittel betrachtet, sondern die Abhängigkeiten seiner ästhetischen Gemachtheit einbezieht. Für das Kolloquium ist die Diskussion von Thesen und ersten Ergebnissen aus den Analysekapiteln geplant.

Personen

Ron Schlesinger hat an der Universität Leipzig Germanistik, Journalistik und Anglistik (M. A.) studiert. Er forschte 2009 mit einem Stipendium der DEFA-Stiftung über den NS-Märchenfilm und veröffentlichte die Ergebnisse in der Monografie "Rotkäppchen im Dritten Reich. Die deutsche Märchenfilmproduktion zwischen 1933 und 1945. Ein Überblick" (2010). Seit 2013 promoviert er an der Filmuniversität Babelsberg bei Prof. Michael Wedel über den deutschen Märchenfilm. Auf maerchen-im-film.de bloggt er über aktuelle Tendenzen und Klassiker des Märchenfilms.

Maike Sarah Reinerth ist Stipendiatin des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften (ZeM) und Doktorandin der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Mainz und Hamburg beschäftigt. Sie lehrt und forscht u.a. zur Ästhetik, Theorie und Geschichte des Films, zu kognitiven Medientheorien und im Bereich der Animation Studies. Als Co-Sprecherin der Kommission „Gute Arbeit in der Wissenschaft“ sowie Co-Koordinatorin der AG Animation ist sie in der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) aktiv und seit 2015 Mutter eines Sohnes. Aktuelle Publikationen: Subjectivity across Media. Interdisciplinary and Transmedial Approaches (hrsg. mit Jan-Noël Thon, 2017), In Bewegung setzen … Beiträge zur deutschsprachigen Animationsforschung (hrsg. mit Franziska Bruckner, Erwin Feyersinger und Markus Kuhn, 2017), „Metaphors of the Mind in Film: A Cognitive-Cultural Perspective“ (in: Embodied Metaphors in Film, Television, and Video Games. Cognitive Approaches, hrsg. von Kathrin Fahlenbrach, 2016). Homepage.


SEMINAR

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Fr, 2.6. 14.00 – 17.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi, ZeM

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.
Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.

Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


WORKSHOP

Feeling out of Joint? Das Unbehagen an der Affektpolitik

15. – 16.6.

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


15. Juni 2017 von 15:00 bis 20:00
16. Juni 2017 von 10:00 bis 13:00

Weitere Informationen in Kürze


In den letzten Jahren haben sich die sogenannten „social media“ zunehmend als Beförderer antisozialen und antisolidarischen Verhaltens entpuppt. Begonnen hat dies zunächst mit dem exzessiven Gebrauch der sozialen Medien als narzisstische (Re-)Präsentationsforen. Doch die kulturkritischen Anklagen dieses Verhaltens lesen sich heute bereits als Reminiszenzen an eine vergangene Zeit der Harmlosigkeiten. Denn die Verbreitung von Neid, Wut und Hass (also von territorialisierenden Affekten im Sinne von Deleuze/Guattari) hat im Internet zuletzt geradezu epidemische Ausmaße angenommen – und die psychische Gewalt, die hierbei ausgeübt wird, hat oftmals auch den Ausbruch physischer Gewalt zur Folge. Dazu kommt ein neuerdings auch in der Politik in Mode gekommenes Beharren auf „gefühlten Wahrheiten“, die in verstörender Faktenresistenz auf die Autorität des jeweils sich meldenden Affekts pocht.
Diese Entwicklungen machen die Frage nach der „Ordnung der Gefühle“ wieder relevant, die im akademischen „Begehren nach dem Affekt“ der letzten Dekade wohl zu wenig beachtet wurde. Warum versagen die Kulturtechniken der Affektregulation auf einmal in so massivem Ausmaß? Welche neuen Methoden der Affektregulation emergieren jetzt gerade? Handelt es sich dabei jeweils um Top-Down oder um Botton-Up-Methoden, oder lässt sich dieses hierarchische Modell gar nicht mehr zielführend anwenden? Welches Unbehagen verlangt angesichts der von zeitgenössischen Affektpolitiken nach Artikulation?

Konzeption und Durchführung:
Dr. Bernd Bösel in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Marie-Luise Angerer Kooperativer Studiengang „Europäische Medienwissenschaft“ der Universität Potsdam und FH Potsdam.

KOORDINATION
Dr. Bernd Bösel, Universität Potsdam
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Bernd Bösel ist seit dem Wintersemester 2015 / 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Er arbeitet an einer Theorie der »Plastizität der Gefühle« mit besonderem Hinblick auf das Wechselverhältnis von gegenwärtigen Affekt- und Psychotechnologien und philosophischen Selbst- und Psychotechniken. Veröffentlichungen: mit Patrick Baur und Dieter Mersch (Hg.): Die Stile Martin Heideggers (2013), mit Eva Pudill, Elisabeth Schäfer (Hg.): Denken im Affekt (2010); Philosophie und Enthusiasmus – Studien zu einem umstrittenen Verhältnis (2008). Mehr unter Bernd Bösel

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unter Marie-Luise Angerer


SEMINAR

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Do, 22.6. 14.00 – 17.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi, ZeM

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.
Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.

Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


WORKSHOP

Fotografie als Auslöser - Workshop der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft

Fr, 23.6. 10.00 – 17.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


In der internationalen Geschichtsschreibung und Theoriebildung zur Fotografie ist viel über den Moment der fotografischen Bildauslösung sowie allgemein über den Prozess der Erzeugung fotografischer Bilder in ästhetischer, epistemischer, kultureller und technischer Hinsicht geschrieben worden. Nicht zuletzt ihr indexikalischer Charakter hat den epistemischen Blick auf die Fotografie derart bestimmt, dass sie vor allem als Produkt eines spezifischen, zeitkritischen Auslösungsprozesses verhandelt wurde.

Der geplante Workshop soll diese Perspektive produktiv umkehren, in dem er dieses Mal die Fotografie selbst als auslösendes Objekt untersucht. Im Zentrum des analytischen Interesses steht damit die Fotografie als Bedingung kultureller und ästhetischer Praktiken. Das auslösende Moment der Fotografie soll dabei allerdings weder aus der Perspektive der kulturellen Wirkung vielfach diskutierter ikonischer Bilder befragt werden, noch zielt der Workshop im Kern darauf ab, die Fotografie als Dispositiv zu untersuchen, sondern stellt die Fotografie als auslösendes Zwischenbild oder Interface in den Vordergrund.

Nähere Informationen sowie den Call for Papers (bis 15.04.17) finden Sie hier.
Anmeldungen zur Teilnahme als Diskutanten_innen sind später möglich, werden jedoch so rasch wie möglich erbeten, um die Vorplanung zu erleichtern. Um teilzunehmen oder ein Papier einzureichen, muss man nicht zwingend Mitglied der GfM, der AG Fotografieforschung oder des ZeM sein.


Koordination
Lisa Andergassen Universität Potsdam, EMW
Prof. Winfried Gerling Fachhochschule Potsdam
Dr. Andreas Sudmann John F. Kennedy Institute for North American Studies (Freie Universität Berlin)


Personen

Lisa Andergassen ist Film- und Medienwissenschaftlerin und freie Fotografin. Studierte Theater-, Film und Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien und Europäische Medienwissenschaft in Potsdam. Hat zuletzt Raumdeutung. Die Wiederkehr des 3D-Films (erschienen bei transcript) mitherausgegeben, schreibt Film- und Eventkritiken und ist Redaktionsmitglied bei Fragment Film.

Winfried Gerling (Prof.) ist Professor für Konzeption und Ästhetik der Neuen Medien in der Europäischen Medienwissenschaft, an der Fachhochschule Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Theorie und Praxis fotografischer Medien, die Ästhetik des Digitalen mediale Environments und Medienkunstgeschichte. Weitere Infos unter

Andreas Sudmann is a research associate at the John F. Kennedy Institute for North American Studies (Freie Universität Berlin). He has directed the Media Studies division of the Center for Interdisciplinary Media Studies at the University of Göttingen and taught Media Studies at the University of Regensburg. He was a research associate in the sub-project The Dynamics of Serial Outbidding (Überbietung). During the second funding period (2013-2016), he is co-directing the sub-project Digital Seriality with Shane Denson.



WORKSHOP

Bildschirmbilder - In-Game Fotografie und Screenshot als fotografische Praxis

6. – 7.7. 10.00 – 17.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


6. Juli 2017 von 10:00 bis 17:00
7. Juli 2017 von 10:00 bis 17:00


Die Tagung Bildschirmbilder und In-Game Fotografie beschäftigt sich ausgehend von der In-Game Fotografie mit dem Status des Screenshots. Bildschirmfotografie und Computerspielfotografie sind alltägliche fotografische Praktiken in einer digital erzeugten sowie der digitalisierten Wirklichkeit, die hauptsächlich durch Bildschirme und bildschirmähnliche Oberflächen vermittelt wird. Darunter fallen Praktiken wie das „Screenshotting“ in Computerspielen (um z.B. ungewöhnliche Ereignisse zu dokumentieren, zu zeigen und zu teilen), fotorealistische Aufnahmen von digitalen 3D Modellen (z.B. in Architektur oder Design) oder einfacher noch der Screenshot als kameralose Fotografie. Daneben existieren Hybridformen wie das Fotografieren in Augmented Realities, das zuletzt mit dem Smartphone-Spiel Pokémon Go (2016) besonders populär wurde oder in künstlerischen Zusammenhängen auch das Abfotografieren des Monitorbildes mit einer realen Kamera bzw. das Erzeugen von Screenshots abgebildeter Fotografie im Rechner. Schließlich gibt es in der Geschichte der „Realwelt-Fotografie“ auch eine ganze Reihe von Fotografien, die den Fernseh- oder Computerbildschirm zum Gegenstand haben, die Billboards als Fotografie eines Screens in der physischen Realität zeigen oder auch das Fotografieren einer Fotografie die in der Hand gehalten wird etc.

Diese Praktiken und Phänomene waren bisher selten Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Eine systematische Untersuchung (ästhetisch, kulturell, technisch, historisch etc.) und eine dadurch mögliche Theoriebildung stehen in den relevanten Disziplinen aus. Das Ziel des Workshops ist deshalb eine Auseinandersetzung mit bildschirmfotografischen Phänomenen und Praktiken. Durch ihre Beschreibung und Fragen nach ihrem Status, ihrer Ontologie, ihrer Ästhetik, ihrer kulturellen und künstlerischen Bedeutung soll das Potenzial eines neuen Gegenstandsbereiches für zukünftige Forschung in der Medienwissenschaft und -geschichte, den Bildwissenschaften, der Fototheorie, sowie den Game Studies ausgelotet werden.

TeilnehmerInnen:
Matteo Bittanti (Mailand)
Jan Distelmeyer (Potsdam)
Winfried Gerling (Potsdam)
Stephan Günzel (Berlin)
Ingrid Hoelzl (Hong Kong)
Hans Kannewitz (Potsdam)
Sebastian Möring (Potsdam)
Marco de Mutiis (Winterthur)
Cindy Poremba (Toronto)
Margarete Pratschke (Berlin)
Markus Rautzenberg (Essen)
Birgit Schneider (Potsdam)

KOORDINATION
Dr. Sebastian Möring, Universität Potsdam
Prof. Winfried Gerling, Fachhochschule Potsdam


Dr. Sebastian Möring ist Dozent im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Davor forschte er als Post-Doc an der School of Creative Media an der City University in Hongkong zum Thema existenzieller Ludologie. Er promovierte an dem Center for Computer Games Research an der IT University Kopenhagen über den Metaphern-Diskurs in den Game Studies mit Games and Metaphor – A Critical Analysis of the Metaphor Discourse in Game Studies.

Winfried Gerling (Prof.) ist Professor für Konzeption und Ästhetik der Neuen Medien in der Europäischen Medienwissenschaft, an der Fachhochschule Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Theorie und Praxis fotografischer Medien, die Ästhetik des Digitalen mediale Environments und Medienkunstgeschichte. Weitere Infos unter


SEMINAR

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Do, 6.7. 14.00 – 17.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi, ZeM

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.
Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.

Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


WORKSHOP

Feeling out of Joint? Das Unbehagen an der Affektpolitik

13. – 14.7.

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam


13. Juli 2017 von 15:00 bis 20:00
14. Juli 2017 von 10:00 bis 13:00

Weitere Informationen in Kürze


In den letzten Jahren haben sich die sogenannten „social media“ zunehmend als Beförderer antisozialen und antisolidarischen Verhaltens entpuppt. Begonnen hat dies zunächst mit dem exzessiven Gebrauch der sozialen Medien als narzisstische (Re-)Präsentationsforen. Doch die kulturkritischen Anklagen dieses Verhaltens lesen sich heute bereits als Reminiszenzen an eine vergangene Zeit der Harmlosigkeiten. Denn die Verbreitung von Neid, Wut und Hass (also von territorialisierenden Affekten im Sinne von Deleuze/Guattari) hat im Internet zuletzt geradezu epidemische Ausmaße angenommen – und die psychische Gewalt, die hierbei ausgeübt wird, hat oftmals auch den Ausbruch physischer Gewalt zur Folge. Dazu kommt ein neuerdings auch in der Politik in Mode gekommenes Beharren auf „gefühlten Wahrheiten“, die in verstörender Faktenresistenz auf die Autorität des jeweils sich meldenden Affekts pocht.
Diese Entwicklungen machen die Frage nach der „Ordnung der Gefühle“ wieder relevant, die im akademischen „Begehren nach dem Affekt“ der letzten Dekade wohl zu wenig beachtet wurde. Warum versagen die Kulturtechniken der Affektregulation auf einmal in so massivem Ausmaß? Welche neuen Methoden der Affektregulation emergieren jetzt gerade? Handelt es sich dabei jeweils um Top-Down oder um Botton-Up-Methoden, oder lässt sich dieses hierarchische Modell gar nicht mehr zielführend anwenden? Welches Unbehagen verlangt angesichts der von zeitgenössischen Affektpolitiken nach Artikulation?

Konzeption und Durchführung:
Dr. Bernd Bösel in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Marie-Luise Angerer Kooperativer Studiengang „Europäische Medienwissenschaft“ der Universität Potsdam und FH Potsdam.

KOORDINATION
Dr. Bernd Bösel, Universität Potsdam
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Bernd Bösel ist seit dem Wintersemester 2015 / 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Er arbeitet an einer Theorie der »Plastizität der Gefühle« mit besonderem Hinblick auf das Wechselverhältnis von gegenwärtigen Affekt- und Psychotechnologien und philosophischen Selbst- und Psychotechniken. Veröffentlichungen: mit Patrick Baur und Dieter Mersch (Hg.): Die Stile Martin Heideggers (2013), mit Eva Pudill, Elisabeth Schäfer (Hg.): Denken im Affekt (2010); Philosophie und Enthusiasmus – Studien zu einem umstrittenen Verhältnis (2008). Mehr unter Bernd Bösel

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unter Marie-Luise Angerer


WORKSHOP

Extras, bit-players, and historical consultants in media history

17. – 18.7. 10.00 – 20.00 Uhr

Keynote: David Culbert, Louisiana State University, Baton Rouge, USA

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


17. Juli 2017 von 10:00 bis 20:00
18. Juli 2017 von 10:00 bis 20:00


The scientific attention to actors in film is double-barreled. When Richard Dyer published his
monograph “Stars” in 1979, he provoked an unabated academic interest in prominent film
actors. Ever since, the so-called “Star Studies” became a recognized field of research in
media sciences and can, today, refer to a vast number of analyses of celebrity images as well
as to research on the structural core of celebrity systems. In contrast to the amount of
studies focusing on the upper sphere of the actors’ hierarchy, only few academic
contributions exist to extras and bit-players in film - although those constitute the major
part of people working in front of the film camera. This is largely, due to the insufficient
documentation of extras’ activity in film business. Extras and bit-players “represent the
nameless rank-and-file labor force that the capitalist system demands, film researchers are
left with no real database from which to proceed” (Clark 1995, 2).
Aside from the by now classic discussion about the crowd in films (e.g. Lotte H. Eisner,
Siegfried Krakauer and Sergei Eisenstein), recent research reveals, that the study of extras
can provide interesting results in spite of the challenging source situation (see the work of
Danae Clark, Anthony Slide, John Caughie and Kerry Segrave). But these works are only
dealing with the extras in the Hollywood Studio system. Regarding the German film
production, research on extras in film is scarce. In fact, it is Tobias Nagel (2004, 2009, 2012)
who provided first comprehensive results about - among others - black bit-part players in
the cinema of the Weimar Republic.
Part of the workshop will include presentations on the use of extras in Babelsberg, the center of German film production for many decades. To balance and enrich this local orientation, we would like contributions focusing on extras and their treatment in other countries, both in the context of the studio system and/or independent production and including the treatment of historical consultants.
The first day will include a Q&A session with a casting agent for extras and bit-players. A guided tour of the Film Museum Potsdam is also planned. On the second day, we will begin with a keynote by David Culbert, longtime editor of The Historical Journal of Film, Radio, and Television, IAMHIST, followed by additional presentations and discussions. Both evenings will include screenings of films about extras and bit-players.

Confirmed speakers:

Dr. Paul Lesch
Director of the National Audiovisual Centre (CNA) in Dudelange (Luxembourg)

Prof. Dr. Tobias Hochscherf
University of Applied Sciences Kiel (Germany)

Krassimir Terziev
Artist and researcher living and working in Sofia (Bulgaria)
http://www.terziev.info

KOORDINATION
Anna Luise Kiss, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF


Personen

Anna Luisa Kiss has held a position as a research and teaching assistant in the field of media history at the Film University Babelsberg since November 2012 and has started work on her PhD about “Non-actors in feature films”. In November 2014 she published her first academic anthology on the DEFA director Herrmann Zschoche. Together with the cinematographer Dieter Chill she’ll present in December 2016 their research on the still photographer Waltraut Pathenheimer in a book (Ch. Verlag) and an exhibition in the Brandenburg Center for Media Studies.