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Wintersemester 2016/17


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WORKSHOP

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Di, 18.10. 15.00 – 17.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi, ZeM

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.
Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.

Teil des Workshops ist der Gastvortrag von Dr. Oliver Leistert (Leuphana Universität Lüneburg) am 07.12.2016 mit dem Titel: »Auf der Suche nach dem Post-Medialen in einer Welt der Algorithmen«.
Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


KOLLOQUIUM

Forschungs- und Doktorandenkolloqium

Fr, 21.10. 11.30 – 15.30 Uhr

+++ Vortrag fällt aus +++

ORT
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet DoktorandInnen und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.

LEITUNG
Prof. Dr. Chris Wahl, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Prof. Dr. Christer Petersen, Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg
KOORDINATION
Stefan Maciolek, ZeM


Personen

Prof. Dr. Chris Wahl ist DFG-Heisenberg-Professor für das Audiovisuelle Kulturerbe an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und stellvertretender Geschäftsführender Direktor des ZeM. Er ist Studiendekan der Medienwissenschaft und leitet den Studiengang „Filmkulturerbe“. In der edition text + kritik gibt er die Schriftenreihe „Film-Erbe“ heraus und gemeinsam mit Jürgen Keiper betreibt er das Blog www.memento-movie.de.
Mehr unterChris_Wahl


SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 21.10. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064



In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unterMarie-Luise_Angerer


GASTVORTRAG

DIGAREC-Lecture

Little Ontology: On Instrumental-Rationality and Meaning in Computer Games

Fr, 28.10. 14.00 – 16.00 Uhr

Dr. Olli Tapio Leino, City University of Hong Kong

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Als Kooperation des ZeM mit dem Potsdamer DIGAREC – Zentrum für Computerspielforschung / Digital Games Research Center präsentieren in den DIGAREC-Lectures ExpertInnen ihre aktuellen Forschungen aus dem Feld der Game Studies. Unter dem Titel "Little Ontology" stellt Dr. Olli Tapio Leino von der City University of Hong Kong populäre Computerspiele wie Little Alchemy und Minecraft in einen Zusammenhang von Post-Phänomenologie, Existentialismus und Spielwissenschaft.

KOORDINATION
Prof. Dr. Jan Distelmeyer, FH Potsdam, EMW Dr. Sebastian Möring, Universität Potsdam, EMW


Personen

Olli Tapio Leino, Ph.D., is a scholar specialising in computer game studies, philosophy of computer games, and new media art. He is currently an assistant professor at the School of Creative Media, City University of Hong Kong, where he is teaching courses pertaining to game studies and philosophy of technology and new media.

Jan Distelmeyer ist Professor für Geschichte und Theorie der Technischen Medien im Kooperationsstudiengang Europäische Medienwissenschaft der Fachhochschule Potsdam und Universität Potsdam.
Sein aktueller Forschungsschwerpunkt im Feld der Medientheorie und -geschichte betrifft Bedingungen und Erscheinungsformen des Computers und deren Ästhetik der Verfügung. Dazu erscheint im Herbst 2016 Machtzeichen. Anordnungen des Computers.

Dr. Sebastian Möring ist Dozent im Studiengang Europäische Medienwissenschaft
an der Universität Potsdam. Davor forschte er als Post-Doc an der School of Creative Media an der City University in Hongkong zum Thema existenzieller Ludologie. Er promovierte
am Center for Computer Games Research an der IT University Kopenhagen über den Metaphern-Diskurs in den Game Studies (“Games and Metaphor – A Critical Analysis of the Metaphor Discourse in Game Studies”, PhD Thesis, Copenhagen: IT University of Copenhagen 2013). In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Ästhetik, Bedeutung und Strukturen von Spielen, Spiel-Ontologie, Kunstspielen und Simulationsspielen. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Medienphilosophie, Systemtheorie, Metapher-Theorie, existenzieller Philosophie, Wissenschaftsphilosophie und Phänomenologie. Mehr unter: http:// sebastianmoering.com.


SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 4.11. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064


In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
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WORKSHOP

Listening to the Environment

Mi, 9.11. 15.00 – 19.00 Uhr

Peter Cusack, University of the Arts, London

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


As an introduction Peter Cusack will give an overview of his work in field recording and environmental sound, in particular the project ‘Sounds from Dangerous Places’ that asks the question, “What can we learn of damaged places, like the Chernobyl exclusion zone, by listening to their sounds?” The workshop will then visit local soundscapes around ZeM in Potsdam. The aim is to listen to what is there and ask how sound in the environment can be interestingly recorded and mapped. We will make audio field recordings but also explore ways of using writing, drawing, simple images and photographs to document what we hear.

KOORDINATION
Fritz Schlüter, Universität Potsdam, EMW
A workshop in collaboration with the colloquium Sonic Thinking | KlangDenken



Personen


Peter Cusack is a field recordist, musician and sound artist with a long interest in the sound environment. He is based in Berlin and London and is a research fellow in Sound Arts & Design and a member of CriSAP (Creative Research into Sound Arts Practice) at the University of the Arts, London. In 1998 he started the Favourite Sounds Project that explores what people find positive about the soundscapes of the cities – London, Beijing, Chicago, Prague, Manchester and Berlin – where they live. His project Sounds From Dangerous Places (described as sonic journalism) investigates soundscapes at sites of major environmental damage including the Chernobyl exclusion zone, the Caspian Oil Fields, and, currently, the Aral Sea. During 2011/12 he was a DAAD artist-in-residence in Berlin and initiated the Berlin Sonic Places project to consider the relationship between soundscape and urban development.

Mehr Informationen unter

http://favouritesounds.org

http://sounds-from-dangerous-places.org

http://sonic-places.dock-berlin.de

Fritz Schlüter unterrichtet im Studiengang „Europäische Medienwissenschaft“ im Bereich Sound. Er studierte Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und war an verschiedenen Forschungs- und Ausstellungsprojekten beteiligt. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind akustische Feldforschung, Sound Studies, Cultural Studies, Sensory Ethnography, Narrativität akustischer Medien.


FILMVORFÜHRUNG / FILMDISKUSSION

Krieg und Spiele

Di, 15.11. 14.30 – 17.00 Uhr

Karin Jurschick

ORT
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Was haben Dietrich Oepke, einst Modellflugmeister der DDR, Dave Anthony, Entwickler von „Call of Duty“ und James Gimzewski, Professor für Nano-Architektur gemeinsam? Sie sind Spieler. Konkret oder virtuell, mit Quadrocoptern, futuristischen Waffen oder künstlicher Intelligenz spielen sie mit den menschlichen und technischen Möglichkeiten. Wie real sind ihre Zukunftsvisionen?
Die unbemannten Kriegsroboter der Zukunft sind nach dem Vorbild von Tieren gebaut. Perfekte Maschinen, die im Wasser, an Land und in der Luft die Bewegung jeder Maus und jedes Menschen erfassen. Und sie können töten. Autonom. Diese technische Entwicklung verändert jetzt schon die Kriege und unsere Vorstellungen von Ethik und Moral. Ja: unsere Stellung als Menschen in der Welt. Werden am Ende die Maschinen sogar die besseren Entscheidungsträger?
Bringt uns die neue, aus der Ferne steuerbare Kriegstechnologie Aufklärung und Sicherheit, wie es die herstellende Industrie und die Regierungen versprechen, oder macht sie die Version eines totalen Überwachungsstaates möglich? Und was ist mit denen da unten, den Menschen im Fadenkreuz?
Was passiert mit dem Begriff der Schuld, wenn Maschinen autonom töten? Wer ist verantwortlich, wenn sie einen Fehler machen? Wie verändert sich die Vorstellung von „Soldatenehre“, wenn Menschen tausende Kilometer entfernt vor einem Computerbildschirm sitzen und nur noch überwachen, was die Maschine ausführt?
Die Filmemacherin bewegt sich in unterschiedlichen Parallelwelten: den Laboren der Forscher und der Militärs, den „Think Tanks“, in denen Philosophen, Ethiker, Historiker und Militärwissenschaftler über Möglichkeiten und „Moral“ der neuen Kriegswaffen nachdenken. Bei Computerspielern, für die es selbstverständlich ist, ihren Körper und ihre Fähigkeiten virtuell und gefahrlos zu erweitern. Bei Piloten, die lernen müssen, mit ganz neuen Anforderungen fertig zu werden: einer großen Distanz zum Geschehen und gleichzeitig einer neuen „Intimität“ des Tötens, wenn sie ein menschliches „target“ über Wochen heimlich beobachten. Bei Ausbildern, die darin unterrichten, Bilder zu lesen, die weit entfernt entstanden sind, um dann unter Umständen tödliche Entscheidungen zu treffen. Menschen, die mit und unter den neuen Kriegstechnologien leben.

Koordination
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam, EMW, Prof. Winfried Gerling, FH Potsdam, EMW


Personen

Karin Jurschick wurde 1959 in Essen geboren. Als Studentin der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität Köln gründete sie 1983 das internationale FrauenFilmFestival "Feminale". Anschließend arbeitete sie fünf Jahre als Kulturredakteurin der Stadtrevue Köln. Sie ist als freie Hörfunk- und Fernsehautorin u.a. für den WDR tätig. Seit 2000 realisiert sie eigene Filmprojekte, wie z.B. den Dokumentarfilm "Danach hätte es schön sein müssen" (ZDF/3sat), der zahlreiche internationale Preise und den Förderpreis der Stadt Duisburg erhielt.


WORKSHOP

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Do, 17.11. 10.00 – 14.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.
Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.

Teil des Workshops ist der Gastvortrag von Dr. Oliver Leistert (Leuphana Universität Lüneburg) am 07.12.2016 mit dem Titel: »Auf der Suche nach dem Post-Medialen in einer Welt der Algorithmen«.
Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 18.11. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064


In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
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GASTVORTRAG

Schnittstelle: Wie kommentieren Bilder Bilder

Do, 1.12. 18.30 – 21.00 Uhr

Prof. Dr. Jan Distelmeyer, FH Potsdam, EMW

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Von 1967 bis 2014 hat sich Harun Farocki in über 120 Filmen, Kino-, Fernseharbeiten und Installationen mit Bildern befasst – sie gesucht, befragt, beschrieben, kontextualisiert, angefertigt, wiederholt, historisiert, vertont und mit ihnen Weiteres angefangen, was einer sehr eigenen und so oft in Zusammenarbeit mit anderen entwickelten Neugier folgte. In diesem Sinne war seine Arbeit, die Helmut Färber und Christa Blümlinger als die eines Ethnographen seiner Gegenwart beschrieben haben, eine Kritik der Bilder. Weil sie immer schon, so ein Teil eines seiner Filmtitel, Bilder "der Welt" waren, ging es dabei um nicht weniger als eben deren Erschließung und Kritik.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bilder der Welt und Fragen der Kritik. Zu Harun Farocki“, die Vorführungen, Vorträge und Diskussionen kombiniert, steht „Schnittstelle" im Zentrum des Vortrags von Jan Distelmeyer. „Schnittstelle“, die erste Installation Harun Farockis im Rahmen einer Ausstellung in Lille, markiert in mehrfacher Hinsicht eine Arbeit des Übergangs, des Begegnens und (Über-)Schneidens, die zu Grundfragen nicht nur im Werk von Harun Farocki führt.

Koordination
Prof. Dr. Jan Distelmeyer, FH Potsdam, EMW


WORKSHOP

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Fr, 2.12. 12.00 – 16.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.
Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.

Teil des Workshops ist der Gastvortrag von Dr. Oliver Leistert (Leuphana Universität Lüneburg) am 07.12.2016 mit dem Titel: »Auf der Suche nach dem Post-Medialen in einer Welt der Algorithmen«.
Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 2.12. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064


In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
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GASTVORTRAG

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Auf der Suche nach dem Post-Medialen in einer Welt der Algorithmen

Mi, 7.12. 17.00 – 19.00 Uhr

Dr. Oliver Leistert, Leuphana Universität Lüneburg

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



Der Philosoph, Aktivist und Psychotherapeut Félix Guattari hat sich in seinen Schriften, aber auch ganz praktisch, z.B. beim Piratensender Radio Alice in Bologna, intensiv mit den Medien seiner Zeit auseinandergesetzt und das Konzept des Post-Medialen entwickelt. Hierbei geht es weniger um eine Phase nach den Medien, als vielmehr um eine Überwindung der Infantilisierung und Normierung, die diese auf Subjekte ausüben. Post-Mediale Assemblagen sind insofern stets prekär, finit und vor allem eine kollektive Angelegenheit.
Im Vortrag soll dieses Konzept genauer erläutert werden, auch anhand von Beispielen, und insbesondere in Richtung heutiger individualisierender Medientechnologien, wie z.B. Smartphones, befragt werden. Dabei wird sich auch zeigen, dass die algorithmische Zurichtung von Affekt, wie sie durch Social Media Plattformen betrieben wird, im Register gouvernementaler Führung operiert und somit die Suche nach dem Post-Medialen, das Prozesse des Werdens freisetzen kann, jenseits neoliberaler Subjektivierungsweisen ansetzen muss.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Oliver Leistert beschäftigt sich mit Medientechnologien und dem, was sie anrichten. Seine Forschungsschwerpunkte sind Social Media, Affective Media, Protest Media und in jüngster Zeit Finance Media. Überwachung hat ihn in seiner Doktorarbeit beschäftigt, mit Fokus auf die Gouvernementalität durch Mobile Medien in Protesten. Er ist derzeit Post-Doc am von der VW-Stiftung geförderten Projekt „Control or Complexity? Paradigms for Sustainable Development“ an der Leuphana Universität Lüneburg, wo er sich mit dem Imaginären einer Kontrolle des Planeten beschäftigt. Er war Research Fellow an der Central European University in Budapest, und als Doktorand und dann als Post-Doc am Graduiertenkolleg „Automatismen“ der Universität Paderborn. Sein letztes Buch ist, gemeinsam mit Lina Dencik, die Herausgabe des Sammelbandes „Critical Perspectives on Social Media and Protest. Between Control and Emancipation“(London: Rowman & Littlefield 2015).


KOLLOQUIUM

Forschungs- und Doktorandenkolloqium

Fr, 9.12. 11.30 – 15.00 Uhr

ORT
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet DoktorandInnen und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.

LEITUNG
Prof. Dr. Chris Wahl, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Prof. Dr. Christer Petersen, Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg
KOORDINATION
Stefan Maciolek, ZeM



Let Truth Be the Prejudice. Strategien und Positionen im multimodalen Diskursfeld zur Wahrheit fotografischer Bilder in der professionellen Praxis

Daniel Bühler

Seit ihrer Erfindung wurde der Fotografie u.a. Objektivität, Realitätstreue, Authentizität, Evidenz und damit Wahrheit zugeschrieben. Zugleich wurde diese Zuschreibung kontrovers diskutiert. Zwischen dem Standpunkt, die Fotografie sei ein Analogon der Wirklichkeit, und dem Standpunkt, die Fotografie sei ein konventionales Zeichen, entfaltete sich eine breite Debatte. Wahrheit in Bezug auf fotografische Bilder verstehe als Überbegriff für ein Diskursfeld, das die zuvor genannten Begriffe umfasst. Wahrheit in Bezug auf fotografische Bilder kann in verschiedenen sprachlichen Begriffen umschrieben werden. Im Vortrag werde ich ein Projekt zur Diskussion stellen, in dem ich zum einen die Diskurse zur Wahrheit fotografischer Bilder in der professionellen fotografischen Praxis untersuche, zum anderen welchen Ausdruck diese Diskurse als musterhafte Bildstrategien finden. Gegenstand meines Projektes ist die Agentur Magnum Photos und die Fotobuch-Veröffentlichungen der Agentur und ihrer Mitglieder im Zeitraum 2000 bis 2010.

Anpassung an den virtuellen Körper: Eine Expositionsintervention für subklinische Depersonalisation durch virtuelle Realität (VR)

Zeynep Akbal

In meiner philosophisch motivierten und klinisch relevanten Forschung ziele ich darauf ab, eine experimentelle Behandlung für Menschen mit subklinischer Depersonalisation zu erschaffen. Depersonalisation ist eine Anomalie der Selbstwahrnehmung, die aus einer Realität oder aus einer Distanziertheit innerhalb des Selbst bestehen kann. Sie kann sich auf den Geist oder den Körper beziehen oder auch darauf, ein distanzierter Beobachter des eigenen Selbst zu sein [1]. In meinem Aufbau werde ich Depersonalisation (DP) vor und nach einer virtuellen Anpassungsintervention messen - eine Veränderung im Angstniveau erwartend. Sollte die Manipulation Wirksamkeit zeigen, könnte dies bei Patienten angewendet werden, die an DP leiden. "Ein distanzierter Beobachter des eigenen Selbst zu sein" [2] ist eine der häufigsten Ausdrucksformen von Menschen, die Entpersönlichung erleben. Ein solches Observationsmotiv ist in der Tat ein substantieller Teil der philosophischen Phänomenologie, die darauf abzielt, die Essenz und Existenz der Dinge zu untersuchen. Im Fall von DP befindet sich der Körper selbst in einer distanzierten Prüfung, die durch die psycho-pathologische Phänomenologie als dissoziativer Zustand definiert ist.

Die Hauptmotivation meiner Forschung ist es, eine alternative Behandlung zu erschaffen, welche die Menschen dazu ermutigen kann, diese Wahrnehmung von Distanziertheit und Gefühle der Entfremdung zu überwinden. Der empirische Teil meiner Forschung wird aus einer Umgebung in einer virtuellen Realität bestehen, die eine Anpassung an einen virtuellen Körper im virtuellen Raum simuliert, so dass die Teilnehmer (Teilnehmer, die unterschiedliche Grade von DP erleben) in der Lage sein werden, die Kontrolle über ihren virtuellen Körper zu erlangen. Aufgrund dieser illusionären Kontrolle erwarte ich eine allmähliche Verschiebung ihrer Vorstellung eines subjektiven Körpers und, daraus folgend, ihrer subjektiven Welt.

Mit dem Versuch, die empirische Arbeit in virtueller Technologie und Psychologie mit Theorien der phänomenologischen Philosophie des Geistes zu verbinden, hätten die Ergebnisse meiner Forschung Auswirkungen auf die Rehabilitation oder Therapie und zeigen, dass die Philosophie neue technologische Setups einsetzen kann, um Überlegungen sowohl in der Philosophie des Körpers als auch in der phänomenologischen Art des Verständnisses der gelebten körperlichen Erfahrungen anzuregen.



Personen

Prof. Dr. Chris Wahl ist DFG-Heisenberg-Professor für das Audiovisuelle Kulturerbe an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und stellvertretender Geschäftsführender Direktor des ZeM. Er ist Studiendekan der Medienwissenschaft und leitet den Studiengang „Filmkulturerbe“. In der edition text + kritik gibt er die Schriftenreihe „Film-Erbe“ heraus und gemeinsam mit Jürgen Keiper betreibt er das Blog www.memento-movie.de.
Mehr unterChris_Wahl

Christer Petersen ist seit 2012 Professor für Angewandte Medienwissenschaften an der Brandenburgischen Technischen Universität; war zuvor Juniorprofessor für Angewandte Medienwissenschaften an der BTU, Assistant Professor am Department of German and Slavic Studies der University of Manitoba, Lecturer am Department of Languages, Literatures and Film des University College Dublin und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien der Christian-Albrechts-Universität Kiel; 2002 Promotion im Rahmen eines Stipendiums des Landes Schleswig-Holstein an der CAU Kiel; Forschung auf dem Gebiet der Medialisierungsprozesse in Technik, Politik und Kunst; Buchveröffentlichungen: Der postmoderne Text. Rekonstruktion einer zeitgenössischen Ästhetik (2003), Peter Greenaways Spielfilme (2009), Terror und Propaganda (2016), Begründer und Herausgeber der Reihen Zeichen des Krieges in Literatur, Film und den Medien (2004, 2006, 2008), Klassiker des osteuropäischen Films (2014ff.) sowie Herausgeberschaften, Aufsätze und Vorträge zu medien- und kulturwissenschaftlichen, filmphilologischen und literaturwissenschaftlichen Themen.

Daniel Bühler ist Akademischer Mitarbeiter an der Brandenburgischen Technischen Universität am Lehrstuhl für Angewandte Medienwissenschaften. Zuvor war er Promotionsstipendiat im Graduiertenkolleg der Deutschen Forschungsgemeinschaft Das fotografische Dispositiv an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Daniel hat einen Master of Arts in Kunst- und Designwissenschaft, ein Diplom mit den Schwerpunkten Fotografie und Video sowie ein erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien erworben. Er interessiert sich u.a. für Fotografietheorie und -praxis, (analytische) Bildtheorie, (Bild-)Wahrnehmung und Kognition, Multimodalität bzw. -medialität, (multimodale) Diskursanalyse.

Zeynep Akbal studierte im Studiengang Radio, Kino und Fernsehen an der Universität Istanbul. Seit 2010 lebt sie in Berlin. 2014 absolvierte sie den Masterstudiengang Europäische Medienwissenschaft an der Universität Potsdam und an der Fachhochschule Potsdam. Derzeit promoviert sie zum Thema „Anpassung an den virtuellen Körper: Eine Expositionsintervention für subklinische Depersonalisation durch virtuelle Realität (VR)“, im Bereich Medienwissenschaft an der Philosophischen Fakultät an der Universität Potsdam und ist dort auch als Lehrbeauftragte tätig.


FILMDISKUSSION

Sauerbruch Hutton Architekten

Do, 15.12. 19.00 – 23.00 Uhr

Harun Farocki

ORT
Filmmuseum Potsdam
Breite Str. 1A
14467 Potsdam


Für seinen letzten Film verfolgte Harun Farocki über drei Monate hinweg die Arbeit des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton – wir nehmen teil an Besprechungen, Plänen und Baustellenbesichtigungen zu insgesamt sechs Projekten (u.a. zu einem Fakultäts- und Drittmittelgebäude der Universität Potsdam). Wie schon zuvor in "Ein Bild" (1983), "Der Auftritt" (1996) oder "Schöpfer der Einkaufswelten" (2001), die als Farockis „Beobachtungsfilme" diskutiert worden sind, führt uns "Sauerbruch Hutton Architekten" in Prozesse hinter Gestaltungen, mit und in denen wir leben. Im Anschluss an die Filmvorführung eröffnen Anne Quirynen und Jan Distelmeyer die Diskussion über diesen letzten Beitrag Harun Farockis zur Auseinandersetzung mit Bildpolitiken der Gegenwart.

Als Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam findet die Veranstaltung im Kino des Filmmuseums Potsdam statt. Sie ist Teil der Reihe „Bilder der Welt und Fragen der Kritik. Zu Harun Farocki“, die Vorführungen, Vorträge und Diskussionen kombiniert

KOORDINATION
Prof. Dr. Jan Distelmeyer, FH Potsdam, EMW, Prof. Anne Quirynen, FH Potsdam, EMW


SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 16.12. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064


In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
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AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Pathenheimer: Filmfotografin. DEFA Movie Stills

Fr, 16.12. 18.00 – 21.00 Uhr

Ausstellungseröffnung

ORT
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Wenn heute Spielfilme aus der DDR im Kino, Fernsehen oder in Retrospektiven gezeigt und mit Fotos beworben werden, stößt man immer wieder auf das Signum DEFA-Pathenheimer. Das hinter dieser Urheberkennung stehende Œuvre enthält Szenen- und Werkfotos zu zahlreichen bekannten Filmen der profiliertesten Regisseure und Kameraleute des damaligen Studios für Spielfilme. Viele ostdeutsche Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch internationale Stars wie Gérard Philipe, Otto Sander, Götz George oder Gojko Mitić standen irgendwann vor der Fotokamera von Waltraut Pathenheimer. Die Tätigkeit der 1932 geborenen Filmfotografin umfasst beinahe die gesamte DEFA-Geschichte. Die ersten Arbeiten wurden 1954 realisiert, die letzten 1990. Waltraut Pathenheimers außergewöhnliche Bildsprache hat die zeitgenössische Fotografie weiterentwickelt und fasziniert bis heute.

Auskünfte erhalten Sie unter a.kiss@filmuniversitaet.de



AUSSTELLUNG

Pathenheimer: Filmfotografin. DEFA Movie Stills

17.12.2016 – 17.2.2017

Eintritt frei

ORT
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Öffnungszeiten



Dienstags - Samstags
10.00 - 18.00


Sonntags und Montags geschlossen


Aufgrund von anderen Veranstaltungen bleibt die
Ausstellung an folgenden Tagen geschlossen:

06.01.2017

12.01.2017

13.01.2017

20.01.2017

07.02.2017


Wenn heute Spielfilme aus der DDR im Kino, Fernsehen oder in Retrospektiven gezeigt und mit Fotos beworben werden, stößt man immer wieder auf das Signum DEFA-Pathenheimer. Das hinter dieser Urheberkennung stehende Œuvre enthält Szenen- und Werkfotos zu zahlreichen bekannten Filmen der profiliertesten Regisseure und Kameraleute des damaligen Studios für Spielfilme. Viele ostdeutsche Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch internationale Stars wie Gérard Philipe, Otto Sander, Götz George oder Gojko Mitić standen irgendwann vor der Fotokamera von Waltraut Pathenheimer. Die Tätigkeit der 1932 geborenen Filmfotografin umfasst beinahe die gesamte DEFA-Geschichte. Die ersten Arbeiten wurden 1954 realisiert, die letzten 1990. Waltraut Pathenheimers außergewöhnliche Bildsprache hat die zeitgenössische Fotografie weiterentwickelt und fasziniert bis heute.

AUSKÜNFTE erhalten Sie unter a.kiss@filmuniversitaet.de




SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 6.1. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064


In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
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WORKSHOP

DIGAREC-Workshop

Gamification

Do, 12.1. 15.00 – 19.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Das Schlagwort der Gamification gehört seit 2010 zu den Konzepten, die gerade im Hinblick auf das aktuelle und künftige Verhältnis von Spiel und Arbeit, am meisten genannt und diskutiert werden. Unterschiedliche Definitionen und Einschätzungen konkurrieren miteinander, wobei die einfachste Erläuterung Gamification als den Einsatz von Game-Design und -Prinzipien in bislang nicht mit Spiel assoziierten Feldern beschreibt. Das anhaltende Interesse an Gamification verbindet Fragen von Motivation, Engagement/Partizipation und Optimierung zwangsläufig mit Fragen nach der Digitalizität sowie nach dem Wesen und der Medialität des Spiels. Diesem Komplex widmet sich der zweite DIGAREC-Workshop, der als Kooperation des ZeM mit dem Potsdamer DIGAREC – Zentrum für Computerspielforschung / Digital Games Research Center aktuelle Fragen der Game Studies und des Spielens verhandelt.

Teilnehmer*innen:

Judith Ackermann
Professorin für Digitale und Vernetzte Medien in der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Potsdam

Michael Liebe
Gründer und Direktor der International Games Week Berlin

Mathias Fuchs
Gastprofessor am Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien (ICAM), Leuphana Universität Lüneburg

Nico Heise
Professor für Medienrecht an der Fachhochschule Potsdam, Europäische Medienwissenschaft

Moderation:

Jan Distelmeyer
Professor für Geschichte und Theorie der technischen Medien an der Fachhochschule Potsdam, Europäische Medienwissenschaft

Sebastian Möring
Dozent für Medienwissenschaft und Game Studies Universität Potsdam, Europäische Medienwissenschaft, Koordinator des Digital Games Research Center (DIGAREC)


KOORDINATION
Prof. Dr. Jan Distelmeyer, FH Potsdam, EMW, Dr. Sebastian Möring, Universität Potsdam, EMW


KOLLOQUIUM

Forschungs- und Doktorandenkolloqium

Fr, 20.1. 11.30 – 15.00 Uhr

ORT
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Das medienwissenschaftliche Forschungskolloquium bietet DoktorandInnen und Post-Docs die Möglichkeit, ihre aktuellen Promotions- und Forschungsprojekte zu präsentieren und im kollegialen Rahmen zu diskutieren.

LEITUNG
Prof. Dr. Chris Wahl, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Prof. Dr. Christer Petersen, Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg
KOORDINATION
Stefan Maciolek, ZeM


Das Reichsfilmarchiv (1934-1945) und seine Bestände im Kontext der Herausbildung einer audiovisuellen Erinnerungskultur

Alexander Zöller

Das Reichsfilmarchiv (1934-1945) hatte bis zur deutschen Kapitulation im Mai 1945 Bestand. Zunächst als Filmsammlung konzipiert, professionialisierte sich seine Arbeit zusehends, wobei bis heute aktuelle Aspekte der Filmarchivierung – etwa das Konzept einer Pflichtabgabe – umgesetzt wurden. 1939 dem Propagandaministerium unterstellt, wurde das Archiv verstärkt in die nationalsozialistische Kulturpolitik eingebunden. Seine Bestände dienten als Inspirationsgrundlage für Filmschaffende, die dabei auch in Deutschland nicht öffentlich zugelassene Filme sehen konnten. Nicht zuletzt durch die Plünderung von Filmen in den von Deutschland besetzten Gebieten wuchsen die Bestände während des Zweiten Weltkriegs sprunghaft an. Das Dissertationsvorhaben untersucht die Geschichte dieses Medienarchivs im internationalen Kontext der staatlich organisierten Filmarchivierung, das Schicksal seiner als Kriegsbeute bis heute nicht vollständig restituierten Bestände und die Rolle dieser film ischen Überlieferung für die heutige Erinnerungskultur.

Katastrophenmodelle. Verortung des Maßlosen

Florian Goldmann

Der Begriff Katastrophe (Umkehrung/Wendung) meint ein plötzliches (unmittelbares) Ereignis der Zerstörung, eine Inversion des Status Quo mit weder zu bewältigendem noch vorstellbarem Schadensausmaß, von dem der Mensch - direkt oder indirekt – jedoch grundsätzlich betroffen ist. Ausgehend von der Dimension des Katastrophenereignisses werden bestehende Normen der Wahrnehmung und Darstellung aufgehoben und neue Maßstäbe gesetzt. Ein Modell (Diminutiv von Maß) ermöglicht durch Analogiebildung und Idealisierung, Reduktion und Vereinfachung die Darstellung und Vermittlung komplexer Sachverhalte.
Ein Katastrophenereignis mit einem Modell zu repräsentieren (zu rekonstruieren oder zu prognostizieren) heißt dem Ereignis entgegen seiner Maßlosigkeit ein Maß zuzuschreiben. Durch die Zuordnung von Koordinaten und quantitativen Werten wird es lokalisiert, eingegrenzt und (be-)greifbar gemacht. Katastrophenmodelle sind Rekonstruktionen vergangener, Erläuterungen gegenwärtiger sowie Vorhersagen zukünftiger Ereignisse. Das künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsvorhaben soll anhand von Beispielen aus
einer über die letzten Jahre entstandenen audiovisuellen Materialsammlung hergeleitet werden. Die Sammlung spannt einen Bogen von physischen Modellen aus dem musealen Kontext über Simulationen zur praktischen Vorbereitung der Bevölkerung auf den
potentiellen Katastrophenfall zu Versicherungstechniken wie datenbasierten Prognosemodellen oder alternativem Risikotransfer (ART). Die Sichtung des Materials verdeutlicht eine der grundlegenden Eigenschaften von Modellen: Erst im Gebrauch, in ihrer Animation sind sie funktionsfähig, erst in der Interaktion vollzieht sich die Maßgabe. Kontextabhängige Gestaltungsentscheidungen, Materialien sowie spezifische Codes der Beispiele sollen, in Bezug auf ihr Vermögen das Unsichtbare, bzw. das Undarstellbare darzustellen und in Anbetracht einer Katastrophe Kontrolle und Sicherheitsgefühl zu vermitteln, diskutiert werden. Darüberhinaus wäre zu erörtern, ob sich ethische Fragen, wie jene zur Dar- und Ausstellbarkeit von Katastrophen im musealen Kontext in abgewandelter Form auch an die Modellierungsverfahren der Versicherungsindustrie richten lassen.

Personen

Prof. Dr. Chris Wahl ist DFG-Heisenberg-Professor für das Audiovisuelle Kulturerbe an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und stellvertretender Geschäftsführender Direktor des ZeM. Er ist Studiendekan der Medienwissenschaft und leitet den Studiengang „Filmkulturerbe“. In der edition text + kritik gibt er die Schriftenreihe „Film-Erbe“ heraus und gemeinsam mit Jürgen Keiper betreibt er das Blog www.memento-movie.de.
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Christer Petersen ist seit 2012 Professor für Angewandte Medienwissenschaften an der Brandenburgischen Technischen Universität; war zuvor Juniorprofessor für Angewandte Medienwissenschaften an der BTU, Assistant Professor am Department of German and Slavic Studies der University of Manitoba, Lecturer am Department of Languages, Literatures and Film des University College Dublin und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien der Christian-Albrechts-Universität Kiel; 2002 Promotion im Rahmen eines Stipendiums des Landes Schleswig-Holstein an der CAU Kiel; Forschung auf dem Gebiet der Medialisierungsprozesse in Technik, Politik und Kunst; Buchveröffentlichungen: Der postmoderne Text. Rekonstruktion einer zeitgenössischen Ästhetik (2003), Peter Greenaways Spielfilme (2009), Terror und Propaganda (2016), Begründer und Herausgeber der Reihen Zeichen des Krieges in Literatur, Film und den Medien (2004, 2006, 2008), Klassiker des osteuropäischen Films (2014ff.) sowie Herausgeberschaften, Aufsätze und Vorträge zu medien- und kulturwissenschaftlichen, filmphilologischen und literaturwissenschaftlichen Themen.

Alexander Zöller, geboren 1979. Studium der Archiv- und Informationswissenschaft an der Fachhochschule Potsdam. Master-Arbeit über einen Sammlungsbestand des ehem. Reichsfilmarchivs. Veröffentlichungen und Tagungsbeiträge zur visuellen deutschen Propaganda im Zweiten Weltkrieg. Zuletzt erschienen: Versprengtes Erbe. Das Reichsfilmarchiv (1934-1945) und seine Hinterlassenschaften. In: Rolf Aurich, Ralf Forster (Hg.): Wie der Film unsterblich wurde. Vorakademische Filmwissenschaft in Deutschland. München 2015, S. 62-71.

Florian Goldmann studierte Bildende Kunst mit den Schwerpunkten Bildhauerei und Neue Medien in Edinburgh, Athen und Berlin. 2012 schloss er sein Studium an der Universität der Künste mit der Veröffentlichung „Flexible Signposts to Coded Territories“ (AKV Berlin/2012) ab, einer Erörterung der Möglichkeit, Fußballfan-Graffiti in Athen als fluides Leitsystem zu nutzen. Von 2014 bis 2016 war er Mitglied des DFG-Graduiertenkolleg ‚Sichtbarkeit und Sichtbarmachung – Hybride Formen des Bildwissens’, seit 2016 ist er Stipendiat des ZeM. Seit 2012 Arbeit mit dem Kollektiv Stratagrids.


SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 20.1. 14.00 – 18.00 Uhr

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064


In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unter Marie-Luise Angerer


KOLLOQUIUM »Pathenheimer«

Still Stand Bild

Sa, 28.1. 10.00 – 18.00 Uhr

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam

und

Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Marlene-Dietrich-Allee 11
14482 Potsdam-Babelsberg



Aktuell wird im Zentrum für Medienwissenschaften das Werk der ersten weiblichen Standfotografin des DEFA- Studios für Spielfilme ausgestellt. Das Kolloquium gibt Gelegenheit, die Bilderwelt Waltraut Pathenheimers (näher) kennenzulernen. Davon ausgehend will die Veranstaltung zu einem gemeinsamen Nachdenken über Standfotografie und (weitere) Schnittstellen zwischen Fotografie und Film anregen. ReferentInnen sind Stefanie Grebe, Fototheoretikerin und Fotografin, sowie die Medienkünstler und Autoren Katja Pratschke und Gusztáv Hámos, die sich experimentell mit den Medien Fotografie, Film und deren Hybridisierung auseinandersetzen.


10h Begrüßung VertreterInnen des IKF
10:15-11h Ausstellungsrundgang „Pathenheimer Filmfotografin DEFA Movie Stills“

11-12:30h Zur Phänomenologie der Standfotografie, Stefanie Grebe
12:30-15h Pause und Wechsel zur Filmuniversität

Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
Marlene-Dietrich-Allee 11, 14482 Potsdam

15-16h Atrium Ausstellungsrundgang „Pathenheimer im Montagelabor“
16-18h Fotofilme und hybride Erzählformen, Katja Pratschke und Gusztáv Hámos


FILMVORFÜHRUNG

HAVARIE

Do, 2.2. 18.00 – 20.00 Uhr

ORT
Filmmuseum Potsdam
Breite Str. 1A
14467 Potsdam


Bitte beachten Sie auch die anschließende Filmdiskussion im ZeM!


Die Koordinaten 37°28.6'N und 0°3.8'E markieren einen Punkt im Mittelmeer – 38 Seemeilen vor der Hafenstadt Cartagena in Spanien oder 100 Seemeilen von der algerischen Hafenstadt Oran entfernt – je nach Perspektive der Erzählung. Von diesem Punkt im Meer aus betrachtet, besteht die ganze Welt aus Wasser, Himmel und einem grenzenlosen Horizont. Ein „Meer der Möglichkeiten“, aufgeladen mit Hoffnungen, Ängsten und Träumen von Reisenden.
Am 14. September 2012 um 14.56 Uhr meldet das Kreuzfahrtschiff „Adventure of the Seas“ der spanischen Seenotrettung auf diesen Koordinaten die Sichtung eines manövrierunfähigen Schlauchbootes mit 13 Personen an Bord.
In Sichtweite.
90 Minuten.
Winken.
Warten.
Der Funkverkehr zwischen dem Kreuzfahrtschiff, der Zentrale im Hafen von Cartagena, dem Seenotrettungskreuzer "Salvamar Mimosa" und dem Helikopter "Helimer 211" strukturiert den akustischen Raum des Films. Auf der Bildebene zieht sich der filmische Raum zu einer einzigen, ungeschnittenen Sequenz zusammen, die sich über die gesamte Laufzeit des Films wölbt. Es ist ein kurzer Youtube-Clip, der uns heute wie die Essenz, die Verdichtung der Situation auf dem Mittelmeer erscheint. In Einzelbildern wird das Schlauchboot mit 13 Gestalten an Bord zur Ikone der täglichen Nachrichtenbilder, wir sind gezwungen hinzusehen.
Aus Aufnahmen mit Touristen und Offizieren auf dem Cruise Liner, mit der Besatzung eines Containerschiffes, mit Harraga, les bruleurs - "die ihre Pässe verbrennen", und ihren Familien werden die biografischen Fluchtlinien des dokumentarischen Materials in eine filmische Imagination hinein verlängert.
Es entsteht eine Choreografie, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Reisenden spiegeln: Wird ein anderer, ein neuer Möglichkeitsraum sichtbar, wenn sie sich erneut – im filmischen Raum – begegnen?

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam, EMW, Prof. Winfried Gerling, FH Potsdam, EMW


Personen

Merle Kröger, geb. 1967 in Plön, lebt als Drehbuch- und Romanautorin in Berlin. Mit dem Filmemacher Philip Scheffner leitet sie die Produktionsfirma pong, wo u.a. die Dokumentarfilme „The Halfmoon Files“ (2007) und „Der Tag des Spatzen“ (2010) entstanden. Außerdem ist sie Dozentin der Professional Media Master Class für Dokumentarfilm in Halle. Merle Kröger ist Autorin und Produzentin des international ausgezeichneten Kinofilms „Revision“ (2012). In ihren Romanen verbindet sie historische Recherche, persönliche Geschichte und politische Analyse mit Elementen des Krimigenres: „Cut!“ erschien 2003 bei Ariadne, wurde 2007 ins Englische übersetzt und in Indien verlegt. „Kyai!“ stand 2007 auf der KrimiWelt-Bestenliste. Aus der Recherche zum Film Revision entstand ihr dritter Roman „Grenzfall“, der 2012 die KrimiZEIT-Bestenliste anführte und den Deutschen Krimi Preis 2013, sowie den Stuttgarter Krimipreis gewann. "Havarie" ist ihr vierter Roman.
Philip Scheffner, geb. 1966 in Homburg/Saar, lebt und arbeitet als Künstler und Filmemacher in Berlin. Zusammen mit Merle Kröger, Alex Gerbaulet und Caroline Kirberg betreibt er die Produktionsplattform pong. Für seine Kinodokumentarfilme, die ihre Weltpremieren im Forum der Berlinale feierten, erhielt er zahlreiche Preise im In- und Ausland, u.a. den Deutschen Dokumentarfilmpreis und den Fritz-Gerlich-Preis.
Filme (Auswahl)
2016: Havarie
2016: And-Ek Ghes…
2012: Revision
2010: Der Tag des Spatzen
2007: The Halfmoon Files
2003: A/C.
Zwischen 1990 – 2000 zahlreiche Kurz- und Langfilme mit der Berliner Autorengruppe dogfilm


FILMDISKUSSION

HAVARIE

Do, 2.2. 20.00 – 23.00 Uhr

ORT
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam


Bitte beachten Sie auch die um 18.00 Uhr stattfindende Filmvorführung im Filmmuseum Potsdam.


Im Gespräch wird den verschiedenen Medien und Formaten nachgegangen, in denen Merle Kröger und Philip Scheffner ihre Materialien und Recherchen verarbeiten. Welche unterschiedlichen Perspektiven auf den „Fall“ – die Havarie eines Schlauchbootes im Mittelmeer – bieten die dokumentarischen oder die eher fiktionalen Zugänge zu dem Ereignis?

HAVARIE das Buch
Die Recherche zum Dokumentarfilm HAVARIE war Ausgangspunkt und Inspiration für den gleichnamigen Roman von Merle Kröger, ausgezeichnet mit dem Radio Bremen- Krimipreis 2015 und dem Deutschen Krimipreis 2016, 2. Platz (national). Kröger: "Die Realität ist viel dramatischer, gewalttätiger, unfassbarer als die Fiktion. Ich habe mich entschieden, das reale Ereignis des Aufeinandertreffens der Schiffe zum Anlass zu nehmen, um die Zeit anzuhalten, quasi ein 3-D-Modell dieser Situation zu erstellen, das ich von allen Seiten betrachten kann. In diesem modellhaften Raum kann ich nun in die Rolle jedes Protagonisten schlüpfen und versuchen, ihn oder sie aus ihrer Biografie heraus denken und handeln zu lassen."

HAVARIE der Film
Die Koordinaten 37°28.6'N und 0°3.8'E markieren einen Punkt im Mittelmeer – 38 Seemeilen vor der Hafenstadt Cartagena in Spanien oder 100 Seemeilen von der algerischen Hafenstadt Oran entfernt – je nach Perspektive der Erzählung. Von diesem Punkt im Meer aus betrachtet, besteht die ganze Welt aus Wasser, Himmel und einem grenzenlosen Horizont. Ein „Meer der Möglichkeiten“, aufgeladen mit Hoffnungen, Ängsten und Träumen von Reisenden.
Am 14. September 2012 um 14.56 Uhr meldet das Kreuzfahrtschiff „Adventure of the Seas“ der spanischen Seenotrettung auf diesen Koordinaten die Sichtung eines manövrierunfähigen Schlauchbootes mit 13 Personen an Bord.
In Sichtweite.
90 Minuten.
Winken.
Warten.
Der Funkverkehr zwischen dem Kreuzfahrtschiff, der Zentrale im Hafen von Cartagena, dem Seenotrettungskreuzer "Salvamar Mimosa" und dem Helikopter "Helimer 211" strukturiert den akustischen Raum des Films. Auf der Bildebene zieht sich der filmische Raum zu einer einzigen, ungeschnittenen Sequenz zusammen, die sich über die gesamte Laufzeit des Films wölbt. Es ist ein kurzer Youtube-Clip, der uns heute wie die Essenz, die Verdichtung der Situation auf dem Mittelmeer erscheint. In Einzelbildern wird das Schlauchboot mit 13 Gestalten an Bord zur Ikone der täglichen Nachrichtenbilder, wir sind gezwungen hinzusehen.
Aus Aufnahmen mit Touristen und Offizieren auf dem Cruise Liner, mit der Besatzung eines Containerschiffes, mit Harraga, les bruleurs - "die ihre Pässe verbrennen", und ihren Familien werden die biografischen Fluchtlinien des dokumentarischen Materials in eine filmische Imagination hinein verlängert.
Es entsteht eine Choreografie, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Reisenden spiegeln: Wird ein anderer, ein neuer Möglichkeitsraum sichtbar, wenn sie sich erneut – im filmischen Raum – begegnen?

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam, EMW, Prof. Winfried Gerling, FH Potsdam, EMW


Personen

Merle Kröger, geb. 1967 in Plön, lebt als Drehbuch- und Romanautorin in Berlin. Mit dem Filmemacher Philip Scheffner leitet sie die Produktionsfirma pong, wo u.a. die Dokumentarfilme „The Halfmoon Files“ (2007) und „Der Tag des Spatzen“ (2010) entstanden. Außerdem ist sie Dozentin der Professional Media Master Class für Dokumentarfilm in Halle. Merle Kröger ist Autorin und Produzentin des international ausgezeichneten Kinofilms „Revision“ (2012). In ihren Romanen verbindet sie historische Recherche, persönliche Geschichte und politische Analyse mit Elementen des Krimigenres: „Cut!“ erschien 2003 bei Ariadne, wurde 2007 ins Englische übersetzt und in Indien verlegt. „Kyai!“ stand 2007 auf der KrimiWelt-Bestenliste. Aus der Recherche zum Film Revision entstand ihr dritter Roman „Grenzfall“, der 2012 die KrimiZEIT-Bestenliste anführte und den Deutschen Krimi Preis 2013, sowie den Stuttgarter Krimipreis gewann. Havarie ist ihr vierter Roman.

Philip Scheffner, geb. 1966 in Homburg/Saar, lebt und arbeitet als Künstler und Filmemacher in Berlin. Zusammen mit Merle Kröger, Alex Gerbaulet und Caroline Kirberg betreibt er die Produktionsplattform pong. Für seine Kinodokumentarfilme, die ihre Weltpremieren im Forum der Berlinale feierten, erhielt er zahlreiche Preise im In- und Ausland, u.a. den Deutschen Dokumentarfilmpreis und den Fritz-Gerlich-Preis.
Filme (Auswahl)
2016: Havarie
2016: And-Ek Ghes…
2012: Revision
2010: Der Tag des Spatzen
2007: The Halfmoon Files
2003: A/C.
Zwischen 1990 – 2000 zahlreiche Kurz- und Langfilme mit der Berliner Autorengruppe dogfilm.

Winfried Gerling ist Professor für Konzeption und Ästhetik der Neuen Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft - ein Kooperationsprojekt der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam - sowie Mitglied im Direktorium des ZeM. Er war von der Einrichtung des Studiengangs im Jahr 2000 bis zum Jahr 2012 Studiendekan an der FHP. Von 2012 bis 2014 war er Dekan des Fachbereichs Design ebendort. 2011 bis 2015 war er Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg „Sichtbarkeit und Sichtbarmachung. Hybride Formen des Bildwissens“ und von 2014 bis 2015 einer der Sprecher des Kollegs. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die praktische und theoretische Reflexion fotografischer Medien, die Ästhetik des Digitalen, mediale Umwelten, Medienkunstgeschichte und die Interaktion von analogen und digitalen Medien.


WORKSHOP

Aktuelle Positionen der Medienwissenschaft

Fr, 3.2. 12.00 – 16.00 Uhr

Dr. Tobias Conradi

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



Während der Promotion verläuft ein Großteil des Forschungsprozesses individuell am heimischen Schreibtisch. Zwar bieten Kolloquien und Tagungen die Möglichkeit, Ergebnisse und Thesen der eigenen Forschung im Austausch mit anderen Wissenschaftler_innen zu diskutieren, gerade in den Geisteswissenschaften ist Promovieren aber meist ein einsames Geschäft. Neben dem Verfassen eigener Texte und Vorträge, der Durchführung von Seminaren und der universitären Selbstverwaltung kommt der Austausch über die eigene Lektürepraxis häufig zu kurz.
Der Workshop will hier Abhilfe schaffen: In einer kollegialen Atmosphäre sollen die Kenntnisse und Interessen von Promovierenden gebündelt und aktuelle Positionen der Medienwissenschaften diskutiert werden. Getreu dem Motto Bring your own Theories (BYOT) sind alle Promovierenden der am ZeM Brandenburg beteiligten Institutionen eingeladen, Text- und Materialvorschläge einzubringen, mit denen sie sich in ihren Projekten und ihrem Forschungsalltag beschäftigen. Dabei sollen weniger die individuellen Projekte, als vielmehr der Blick auf Konjunkturen im Feld der Medientheorie und Medienkulturwissenschaft im Zentrum stehen. Der Workshop soll auf diese Weise zur sicheren Verortung im Feld beitragen, den gemeinsamen Austausch fördern, eine Vielzahl medienwissenschaftlicher Ansätze und Gegenstände in Dialog bringen und zur stärkeren Vernetzung der in Brandenburg promovierenden Medienwissenschaftler_innen einladen.

Teil des Workshops ist der Gastvortrag von Dr. Oliver Leistert (Leuphana Universität Lüneburg) am 07.12.2016 mit dem Titel: »Auf der Suche nach dem Post-Medialen in einer Welt der Algorithmen«.
Herzlich eingeladen sind alle Promovierenden der Brandenburgischen Medienwissenschaftsstudiengänge. Bei Interesse kann der Workshop auch von fortgeschrittenen Studierenden der Masterstudiengänge besucht werden.

KOORDINATION
Dr. Tobias Conradi, ZeM


Personen

Tobias Conradi ist Postdoktorand am ZeM Brandenburg. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt ›Kulturtechnik Unternehmensplanspiel‹ an der HBK Braunschweig sowie am DFG-Graduiertenkolleg ›Automatismen‹ an der Universität Paderborn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Diskurstheorie, Repräsentationspolitiken und der Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung. Letzte Veröffentlichungen: Breaking News. Automatismen in der Repräsentation von Krisen- und Katastrophenereignissen (Paderborn 2015), zusammen mit Rolf F. Nohr und Florian Hoof (Hrsg.): Medien der Entscheidung (Münster 2016, im Erscheinen).


SEMINAR

Dramaturgie als ästhetische Disziplin

Fr, 3.2. 14.00 – 18.00 Uhr

Christine Lang

Ort
Universität Potsdam
Am neuen Palais 10
14469 Potsdam
Raum 01.08.064


In dem Seminar sollen die Grundlagen der Filmdramaturgie vermittelt und die dramaturgische Analyse eingeübt werden. Die meisten eher auf eine ‚erfolgreiche’ Anwendbarkeit orientierten Drehbuchratgeber beziehen sich ausschließlich auf die explizite Dramaturgie, also auf die Strukturen des Handlungsgeschehens einer Geschichte. Sie berücksichtigen kaum die sich über die filmästhetischen Gestaltungsmittel vermittelnde implizite Dramaturgie, die in die einzelnen Elemente hineinwirkt, und die zur Gesamtwirkung und Bedeutung eines Werks wesentlich beiträgt.
In dem Seminar wird ein Überblick über die diversen Strukturmodelle aus der Narratologie als auch über die verschiedenen Modelle der Drehbuchratgeberkultur gegeben. Das Modell der auf klassische Theaterdramaturgie aufbauenden „Babelsberger Filmdramaturgie“ bezieht dabei diese verschiedenen Strukturmodelle vergleichend mit ein, begreift sie aber nicht als normativ.
In dem Seminar werden die unterschiedlichen dramaturgischen Modelle anhand von konkreten Filmbeispielen dargelegt und erläutert. Dabei soll der Blick für dramaturgische Funktionen geschult werden, und es soll erlernt werden, subjektive Interpretation von Analyse zu unterscheiden, also darauf zu fokussieren, welche Bedeutungen wie hergestellt werden.
Die Filme werden exemplarisch und divers ausgewählt, so dass über ein Semester ein breites Spektrum dramaturgischer Modelle abgedeckt werden kann. Dieses Spektrum reicht von dramaturgisch geschlossenen (3-Akter, Heldenreise u.a.) bis zu den offenen, postmodernen und seriellen Formen.

KOORDINATION
Prof. Dr. Marie-Luise Angerer, Universität Potsdam


Personen

Christine Lang ist Filmemacherin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin. Seit 2009 lehrt sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Fach Medienästhetik und Dramaturgie. 2016 erfolgten Lehraufträge an der UDK, der FU Berlin und der Merz Akademie in Stuttgart. Studium der Kultur-, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin, anschließend Film und Fernsehregie an der Kunsthochschule für Medien Köln, Diplom 2006. Ihre Kurzfilme liefen international auf Filmfestivals und wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 hatte ihr (gemeinsam mit Constanze Ruhm realisierte) Spielfilm „Kalte Probe“ Premiere auf der Berlinale im Forum Expanded; 2015 ihr Film „As if we were somebody else“ auf den Internationalen Hofer Filmtagen. 2013 erschienen u.a. das (gemeinsam mit Christoph Dreher verfasste) Buch "Breaking Down Breaking Bad. Dramaturgie und Ästhetik einer Fernsehserie" im Fink Verlag und das (gemeinsam mit Kerstin Stutterheim) herausgegebene Buch "Come and play with us. Dramaturgie und Ästhetik im postmodernen Kino" im Schüren Verlag.

Prof. Dr. Marie-Luise Angerer hat mit dem Wintersemester 2015/16 den Lehrstuhl für Medientheorie/Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft übernommen und ist seit 2016 geschäftsführende Direktorin des ZeM. Sie war von 2000-2015 Professorin für Medien- und Kulturwissenschaft/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln, von 1999-2000 Vertretungsprofessorin (Professur Gertrud Koch) am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.
Im Zentrum ihrer Forschung steht das Verhältnis von Körper und Medientechnologien, die Beziehung von sozialen Fantasien und Medien sowie die Erarbeitung einer „posthumanen/relationalen“ Medientheorie. Des Weiteren stehen seit vielen Jahren Fragen von Affekt/Emotion als human- und medientechnisch konstitutive Funktion im Zentrum ihrer Forschung.
Mehr unter Marie-Luise Angerer


Buchpräsentation

Diagrammatik – Diagrammatologie

Do, 9.3. 18.00 – 21.00 Uhr

Prof. Dr. Sybille Krämer

Veranstaltung wurde verlegt

Ort
Helmholtz-Zentrum der HU Berlin
Raum 3031,
Unter den Linden 6
10099 Berlin


Anlässlich des zeitgleichen Erscheinens von zwei Büchern zur Diagrammatik (Ernst/Schneider/Wöpking, Hrsg.) bzw. Diagrammatologie (Krämer), veranstalten die Herausgeber eine Buchpräsentation. Frau Prof. Dr. Sybille Krämer wird zu diesem Anlass einen Vortrag halten.


Workshop

Metadata Management in Film Archives

29. – 30.3.

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam



ANMELDUNG
150 € (full price) and 50 € (discounted price for ACE members, FIAF members, students)


Since its adoption in 2011, the Cinematographic Works Standard EN 15907 (“CWS”) has framed the cataloguing of moving images and the development of a number of collection management applications for film archives. A growing number of film heritage institutions adopt and apply the EN 15907 structure in their software applications. The tag “EN 15907-compliant” has become a selling point for software vendors and developers in addressing the needs of film archives. The standard was realized in union catalogues and aggregation systems, such as filmarchives-online.eu and europeanfilmgateway.eu. More and more, it is becoming key to sharing cinematographic work-related data between institutions.

During the first five years of working with the CWS, practical experiences have been acquired, challenges for its implementation have been discovered, and open questions have, inevitably, popped up. A survey conducted for a presentation at the FIAF Symposium 2013 in Barcelona showed that three film heritage institutions in Europe had finished CWS implementation, and five institutions were about to implement it. Since then, no systematic evidence of CWS implementation in film archives has been gathered. Hence, it is now due time for review, and for discussing the next steps.

EN 15907 is a central reference for the new FIAF Moving Image Cataloguing Manual (2016), which was created by the FIAF Cataloguing and Documentation Commission and the FIAF Cataloguing Rules Revision Working Group, and published in PDF and hard copy. The guidelines correspond closely with the EN 15907 structure and use associated terminology. Given this, the Manual serves as an important extension of EN 15907 by helping professionals create cataloguing or metadata records that will meet requirements of new database implementations and/or the adoption of new metadata standards.

With Linked Data concepts becoming more mature, new ways of storing and sharing data in film archives open up. Major aggregating initiatives, such as the European Film Gateway and Europeana are also undergoing rapid technological change, and strive for more effective ways to achieve semantic interoperability in the cultural heritage sector. At the same time, many film heritage institutions encounter technical and organizational challenges in adopting Linked Data concepts. The workshop will present the latest approaches and best practices concerning these concepts, and facilitate an open discussion on Linked Data in film archives.

The workshop addresses
- individuals responsible for collection management applications in film heritage institutions,
- cataloguers and filmographers and
- information professionals from related cultural and media heritage communities.


The workshop will take place in three sessions:
Session 1 Wed 29 March 2017 Afternoon EN 15907 in practice – Existing applications of the Cinematographic Works Standard in film archives. Experiences, issues, challenges and next steps

Session 2 Thu 30 March 2017 Morning No archive left behind? – The situation in and needs of film archives that have not (yet) applied the CWS

Session 3 Thu 30 March 2017 Morning & early afternoon New ways of managing, storing and sharing metadata in film archives: Linked Data, RDF and concepts beyond the Relational Database paradigm