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13. – 14.9.


Der digitale Blick - Mixed Methods in der Bildanalyse - Quantitative versus qualitative Ansätze

Ort
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Straße 18
14467 Potsdam



Die Methode des Bildvergleichs hat eine lange Tradition in der Kunst- und Bildwissenschaft. Insbesondere seit Mitte des 19. Jahrhunderts prägte der Bildvergleich ein mediales Dispositiv, das mit Einsatz der Doppeldiaprojektion und der Fotografie als Reproduktionstechnik in den akademischen Kunstunterricht Einzug hielt.

Der Bildvergleich als Verfahren und die Analyse visueller Ähnlichkeitskriterien stehen heute in Anbetracht der Digitalität der Bilder, der digitalen Bilderflut im Netz und den digitalen Methoden vor neuen medientechnischen Möglichkeiten. Neben den klassisch analogen Bildwissenschaften finden computergesteuerte Rechenverfahren wie Computer Vision- oder Machine Learning-Algorithmen für den Bildvergleich Verwendung, um anhand von „pattern recognition“ oder „distant viewing“ die Bilddaten zu sortieren.

In der Analyse digitaler Bilder vereinen sich dabei seit einiger Zeit sowohl qualitativ-hermeneutische als auch formal-quantitative Ansätze. Eine systematische und kritische Auswertung der epistemischen Wertigkeit beider Methoden, speziell in ihrer Kombination, ist allerdings erst in Ansätzen vorhanden. Hier setzt der Workshop an:
Er vereint verschiedene Perspektiven zu Fragen des Vergleichs von (digital vorliegenden) Bildern. Die Fachbeiträge, die sich diesen Fragen widmen, kommen aus den Geisteswissenschaften, ausgehend von der Kunst- und Bildwissenschaft und werden von Stimmen aus quantitativen Disziplinen wie der Computer Vision-Forschung ergänzt. Der Fokus des Workshops liegt auf bildwissenschaftlichen Fragestellungen in der Mixed Methods Forschung, öffnet sich jedoch thematisch hinsichtlich der übergeordneten Methodenfrage qualitativer und quantitativer Daten. Ansätze aus der Soziologie, der künstlerischen Beschäftigung mit der automatisierten Bildgeneration und Praktiken aus dem Feld des Datenjournalismus werden ebenso in die Diskussion mit einbezogen.

Auf einer übergeordneten Ebene werden wir die Frage diskutieren, wie der „digitale vergleichende Blick“ des Computers im Vergleich zu einem rein analogen (menschlichen) zu bewerten ist. Was sind die Versprechen einer digitalen Bildanalyse und inwiefern erzeugen digitale Analysemethoden „Ähnlichkeit“? Welche neuen Einsichten und Erklärungsmodelle werden hervorgebracht? Was wiederum bedeutet die spezifisch digitale Medialität des Vergleichs und was wäre eine mögliche bildtheoretische Verortung? Was sind die Potentiale, worin liegen aber auch die Grenzen des digitalen Blicks? Und schließlich: Welche spezifischen Narrative und kulturellen Projektionen werden in der Anwendung digitaler Bildanalyseverfahren artikuliert?

Der erste Tag des Workshops ist den einzelnen Vorträgen gewidmet, wobei viel Raum für Diskussionen gegeben wird. Der Vormittag des zweiten Tages wird dazu dienen, sich anhand gezielter Textlektüre und Gruppenarbeit mit der Mixed-Methods-Thematik aktiv auseinanderzusetzen, um dann abschließend den Versuch zu unternehmen, die Fragen in einem „Koordinatensystem der Methodik“ zu verorten.

Der Workshop findet in deutscher Sprache statt. Hier das Programm als PDF.

Organisation

Der Workshop wird im Rahmen des Forschungsprojekts „ANCI“ (analysing networked climate images) organisiert, das sich dem Thema der Ähnlichkeit als Kriterium des Bildvergleichs in der Bild- und Computerwissenschaft und der Visualisierungsforschung am Beispiel von Klimabildern im Internet widmet.

Prof. Dr. Birgit Schneider, Janna Kienbaum (Universität Potsdam)
Prof. Frank Heidmann, Paul Heinicker (Fachhochschule Potsdam)
Dr. Thomas Nocke (Institut für Klimafolgenforschung)

Teilnahme

Da der Platz im ZeM auf 40 Personen begrenzt ist, bitten wir alle, die an der Tagung teilnehmen möchten, sich unter jkienbau@uni-potsdam.de oder paul-heinicker@online.de verbindlich anzumelden.