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Christian Schwinghammer

Onto-Politik. Zur Politisierung des Seins in der technologischen Gegenwart


‚Sein‘ und Politik scheinen in einer technologisch durchdrungenen Gegenwart auf intimste Art und Weise verschränkt. So signalisieren aktuelle Medienentwicklungen – von ‚intelligenten‘ Netzwerken bis hin zu sensorischen Umgebungen – nicht nur jene politischen Seinsmuster einer zunehmend verschalteten und verknüpften Welt. Auch werden auf dieser Grundlage Existenzen in beispielloser Weise politisiert. Denn verkoppelt mit und in sensorischen Medien geraten sie bis zu ihren vormals ungreifbaren Dimensionen und Bewegungen in einen politischen Verfügungsbereich. Schon heute schließen hier verfeinerte Politikmodi an, um Existenzformen tiefgreifend zu regulieren und konstitutiv zu gestalten. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Dissertationsprojekt den vielschichtigen Verbindungen zwischen Ontologie, neuartiger Konstitutionspolitik und sensorisch-sensiblen Medien. Um diese Verhältnisse neu zu verhandeln, führt es dabei eine philosophische Perspektivierung mit praktischen Auseinandersetzungen zusammen. Nicht zuletzt sollen so Bedingungen, Formen und Aspekte von ‚Widerständigkeit‘ innerhalb der heutigen Mediensituation ausgelotet werden, was schließlich die Frage des Politischen (erneut) zur Debatte stellt.

Kurzbiographie
Christian Schwinghammer ist Kollegiat am Forschungskolleg "SENSING: Zum Wissen sensibler Medien". Zuvor absolvierte er ein Studium der Politikwissenschaft an der FU Berlin. In seiner Abschlussarbeit befasste er sich mit der Thematik „ontologischer Politik“ unter Bezugnahme auf Jacques Derrida, Oliver Marchart und dem Neuen Materialismus.