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Daniel Stoecker

Der Mensch als Ursache und Effekt sensorischer User Interfaces


Durch den Eintritt digitaler und Sensortechnologien in Gegenstände des Alltags wird die Umwelt eine programmierte und programmierbare. Medientechnologie entschwindet sowohl in ihrer logischen Komplexität als auch in ihrer physischen Extension aus der Aufmerksamkeit des Menschen. Wearables oder Smart Home Devices scheinen logische Konsequenz eines Bestrebens nach Reduktion der Human-Computer-Interaction (HCI) auf habitualisierte menschliche Kommunikationsformen zu sein. Dem einstigen Expertentum der Kommandozeile stehen „intuitive“ Interfaces über Sprach- oder Gesichtserkennung gegenüber. Diese neue Eskalationsstufe, die sich auf Seite des Computers in sensorischem Abtasten und automatisierter Muster-Erkennung digitaler Datensätze manifestiert, fordert jedoch klassische medienwissenschaftliche Vorstellungen der HCI und ihre Begrifflichkeiten (Sensor, User, Interface) heraus. Ziel der Dissertation ist die Entwicklung eines operablen Interfacebegriffs, der moderner HCI standhält, und eine Beschreibung der in ihr eingeschriebenen, formalisierten Kategorien des Menschlichen.

Kurzbiographie
Daniel Stoecker, geboren 1988 in Bielefeld, studierte Medien- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Es folgte ein Master-Studium der Medienwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin mit Arbeiten zum Technischen der menschlichen Stimme, Formen und Funktionen von Visualisierungen in der Wissenschaft und einer Abschlussarbeit über digitale User Interfaces als „Techniken des Verbergens“ bei Jan-Claas van Treeck und Wolfgang Ernst.