Viktoria Hilsberg
Forschungsschwerpunkte
Kunstmarkt und Medientheorie, Signaling-Prozesse und Wertzuschreibung, Mediatisierung des Kunstmarkts, Einfluss neuer Technologien auf Marktstrukturen, digitale Transformation von Kulturinstitutionen
Ihre Forschungsinteressen entstanden aus der Marktpraxis. Nach über zehn Jahren im internationalen Kunstmarkt, in Galerien, auf Kunstmessen und in Kulturinstitutionen, wurde eine Beobachtung zunehmend zentral: Wie Kunst bewertet wird, ist kein rein ökonomischer Vorgang, sondern ein mediatisierter Prozess. Sichtbarkeit, Wiederholung und institutionelle Rahmung bestimmen, welche Signale glaubwürdig wirken und Vertrauen erzeugen.
Ihr Dissertationsprojekt an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF untersucht, wie sich diese Mediatisierungsprozesse unter dem Einfluss neuer Technologien verändern und wie sich dies auf Wertzuschreibung im Kunstmarkt auswirkt. Technologische Infrastrukturen wie KI und Blockchain haben bestehende Marktdynamiken nicht nur sichtbar gemacht, sondern verstärkt, mit messbaren Folgen für Preisbildung und Marktstruktur. Methodisch verbindet die Studie die Übertragung der Signaling-Theorie auf den Kunstmarkt mit Medientheorie und Affekttheorie. Ziel ist ein erklärendes Modell dafür, wie Vertrauen, Aufmerksamkeit und symbolische Autorität durch Medienstrukturen produziert und zirkuliert werden.
Parallel arbeitet sie an der praktischen Seite derselben Frage: der digitalen Transformation von Kulturinstitutionen, insbesondere an der Schnittstelle von Archivdatenbanken, KI-Integration und Datensouveränität.
Kurzbiografie
Viktoria Hilsberg studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften u. a. in Leipzig, Berlin und Barcelona. Seit 2026 promoviert sie an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF bei Prof. Dr. Susanne Eichner. Zuvor war sie über zehn Jahre im internationalen Kunstmarkt tätig, darunter drei Jahre als Gallery Managerin der Galerie Irrgang in Leipzig und zuletzt als Gallery Relations Managerin der POSITIONS Berlin Art Fair mit 75 Galerien aus 19 Ländern. Sie publiziert regelmäßig zu Kunstmarkt, Medientheorie und den ökonomischen Dimensionen digitaler Kunst, u. a. in Navigationen (2025). Als Gründerin von archora begleitet sie die digitale Transformation von Kulturinstitutionen in Europa.



