29 October 26 -
Fri
30 October 26
Location
ZeM – Brandenburg Center for Media Studies
Hermann-Elflein-Str. 18
14467 Potsdam
Workshop “Wissenschaftsforschung im Kontext”
Event in German.
Workshop der AG Medienwissenschaft und Wissenschaftsforschung, Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)
Die Profilierung des Gebiets der Wissenschaftsforschung ab den 1970er-Jahren stand in engem Zusammenhang mit den politisch-ökonomischen Konfliktlinien des 20. Jahrhunderts. Die Gleichschaltung der Universitäten im Nationalsozialismus und im Stalinismus, aber auch die Vereinnahmung durch Kapitalinteressen hatten das Bild der Wissenschaft als idealem und isoliertem Erkenntnisstreben nachhaltig erschüttert. Vor allem jedoch zeichnete sich im Laufe des Kalten Krieges eine Schlüsselrolle von Wissenschaft und Technologie in dem ab, was bald als „postindustrielle Gesellschaft“ oder „Informationsgesellschaft“ in aller Munde war. Neue Wirtschaftsdoktrinen, Managementlehren und sozialtheoretische Debatten berührten damit zunehmend epistemologische Fragen.
Der Workshop untersucht, inwiefern solche Paradigmen die Theoriebildung an der Schnittstelle von Medienwissenschaft und Wissenschaftsforschung bis
heute prägen. Welche politisch-ökonomischen Denktraditionen werden in vorherrschenden Konzepten fortgeschrieben? Welche kritischen Potenziale eröffnet deren Historisierung, und welche alternativen Denktraditionen lassen sich aufzeigen?
Konzept und Organisation: Sophia Gräfe, Benjamin Prinz, Alexander Schindler und Henning Schmidgen
Gefördert durch: Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) und Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM)
Anmeldung bis 25. Oktober 2026 unter:

Programm
Donnerstag, 29. Oktober 2026
19.00 Uhr, Einführung
Sophia Gräfe (Humboldt-Universität zu Berlin)
19.15 Uhr, Eröffnungsvortrag
Wissenschaftsforschung in einer multipolaren Welt. Donna Haraway in Jugoslawien ca. 1980
Monika Wulz (Leuphana Universität Lüneburg)
Freitag, 30. Oktober 2026
10.00 – 11.30 Uhr, Panel 1
Moderation: Dennis Hippe (Goethe-Universität Frankfurt/Main)
Epistemologien der Praxis zwischen Management und Wissenschaft in den USA der Zwischenkriegszeit
Anne Schreiber (Universität Siegen)
Selbstorganisierende Experimente. Neoliberale Epistemologie in der posthumanistischen Wissenschaftsforschung
Benjamin Prinz (Bauhaus-Universität Weimar)
11.45 – 13.15 Uhr, Panel 2
Moderation: Marlen Reinschke, Université libre de Bruxelles & Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Politische Epistemologien der Medienwissenschaft. Zur Geschichte eines jungen Fachs
Anja Breljak (Universität Potsdam)
Epistemologie des Widerstands. Georges Canguilhem im Kontext
Henning Schmidgen (Bauhaus-Universität Weimar)
14.15 – 15.45 Uhr, Panel 3
Moderation: Benjamin Prinz (Bauhaus-Universität Weimar)
Verhältnislose Inskriptionen: Primaten, Ethnomethodologie und Ursprungserzählungen in der frühen ANT
Alexander Schindler (Universität Potsdam)
Kritische Wissenschaftsforschung. Perspektiven aus dem Robert K. Merton Zentrum
Petra Beck (Robert K. Merton-Zentrum, HU Berlin)
16.00 – 17.00 Uhr, Abschlussdiskussion
Respondenz: Tilman Richter (Ruhr-Universität Bochum)



