Prof. Dr. André Rottmann
Forschungsschwerpunkte
Geschichte und Theorie der historischen Avantgarden, europäische und nordamerikanische Nachkriegskunst, zeitgenössische Kunst im globalen Kontext, Kunstkritik, Kunsttheorie, philosophische Ästhetik, Verhältnis von Kunst(-geschichte) und Medientheorie, Ökologien und/der Kunst, post- und dekoloniale Perspektiven in der Gegenwartskunst, Kunst und digitale Kulturen
In kulturwissenschaftlich erweiterter Perspektive und mit theoretischer Orientierung arbeitet er als Kunsthistoriker zu den materiellen Praktiken, ästhetischen Erscheinungsweisen und spezifischen Debatten der internationalen bzw. globalen Kunst der Moderne und Gegenwart.
Sein aktuelles Forschungsprojekt zielt auf eine kritische Verhältnisbestimmung von Kunst und Umwelt vor der Folie medienökologischen Denkens: In der Auseinandersetzung mit Konzepten wie „Environment“, System, Milieu und Infrastruktur wird der Versuch unternommen, die global auftretenden Transformationen der Künste durch die Operationen digitaler Medien zu ermessen. So soll ein Feld ästhetischer Erfahrung und künstlerischer Produktion kariert werden, in dem die Grenzen humaner Kognition und kultureller Praxis erst im untrennbaren Bezug auf technische Netzwerke und ökologische Umwelten sinnlich erfahrbar und zugleich für eine kritische Analyse erschlossen werden können. Das Vorhaben geht von der Beobachtung aus, dass es in der zeitgenössischen Kunst ab den 1960er Jahren zunehmend zu einer Öffnung auf Umgebungen gekommen ist, die sich durch (scheinbar) autopoietische Verflechtungen von menschlichen, organischen, biologischen, klimatischen und technischen Akteuren (oder Aktanten) auszeichnen. Insbesondere durch den Einsatz digitaler Technologien verändern sich die Definitionen von Ort, Objekt und Medium, aber auch Natur und Handlungsmacht in den Künsten. Vor dem Hintergrund einer „allgemeinen Ökologie“ verschalteter Netzwerke, die jenseits menschlicher Intentionalität, Reflexion und Wahrnehmung alltäglich operativ sind, befragt das Projekt nicht zuletzt die Fundierung der Kunstgeschichte im reflexiven Subjekt der europäischen Aufklärung.
Kurzbiografie und Publikationen
André Rottmann war von 2012 bis 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz. Geschichte und Ästhetik an der Freien Universität Berlin, wo er von 2018 bis 2022 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Modern and Contemporary Art“ im Kunsthistorischen Institut tätig war. Seit 2022 ist er TT-Professor für Theorien der Künste und Medien in der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).
Unlängst erschien die Monografie Isa Genzken. Fuck the Bauhaus (MIT Press, 2024). Demnächst erscheinen die Sammelbände Pierre Huyghe (MIT Press, OCTOBER Files Series, Vol. 32), Kunst ohne Bewusstsein? Beiträge zur technologischen Ästhetik der Gegenwart, (hrsg. mt Simon Baier, De Gruyter) und In the Maze of Media. Essays on the Pathways of Art after Minimalism (Transcript Verlag / Columbia University Press; alle 2026). Seit 2024 ist er Mitglied des Advisory Board der Zeitschrift OCTOBER (MIT Press).
Hier gelangen Sie zur Personenseite von Prof. Dr. André Rottmann auf der Webseite der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).



