19. Februar 26 -
Di.
20. Januar 26
Ort
ZeM — Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Hermann-Elflein-Str. 18
14467 Potsdam
Workshop „Rekursive Bilder – Algorithmen und KI in fotografischen Prozessen“
Workshop der AG Fotografieforschung (Gesellschaft für Medienwissenschaft).
Mit der Einführung digitaler Fotografie ist ihre Produktion und damit auch ihre Praktiken an Algorithmen und Wahrscheinlichkeitsprozesse gebunden worden, schon die Überführung sensorisch gemessener Helligkeits- bzw. Farbwerte in digitale Daten beruht auf derartigen empirischen Prozessen. Besonders in der von Smartphones geprägten Fotografie wird die Bildproduktion seit Beginn der 2010er Jahre durch KI-Anwendungen unterstützt – etwa bei Filtern – und das lange bevor generative KI-Technologien ab 2022 zum gesellschaftlichen und diskursiven Hype wurden. Aber auch im Kontext professionellerer Apparate sind KI gestützte Anwendungsbereiche wie die Objekt- oder Motiverkennung inzwischen weit verbreitet.
Vor diesem Hintergrund thematisiert der Workshop der AG Fotografieforschung Algorithmen und KI-Anwendungen, die sich in die fotografischen Prozesse eingeschrieben haben, und geht den Auswirkungen dieser Veränderungen auf alle Bereiche des Fotografischen nach, von der Aufnahme bis zur Betrachtung der Bilder und damit auch der Frage wie bewusst sich diese Veränderungen in die Praktiken einschreiben.
Während sich medienwissenschaftliche Diskurse in jüngster Zeit vor allem mit generativen Bildgebungsverfahren in Bezug auf Fotografie auseinandergesetzt haben, fokussiert der Workshop umgekehrt die Rolle von KI, Algorithmen und statistischen Verfahren in den vielfältigen Prozessen der fotografischen Produktion, Prozessierung, Darstellung, Speicherung, Distribution und Betrachtung. Im Zentrum steht dabei auch die Frage inwieweit ein fotografisches Bild immer stärker generiert wird als dass im Moment der Aufnahme Licht gemessen wird. Was bedeutet das beispielsweise auch für Fragen der Referenz und des Erinnerns? Wie werden fotografische Bilder mittels verschiedener sensorischer Messungen erzeugt (Lidar)?
Ziel des Workshops ist es diese Phänomene genauer und anhand von konkreten Beispielen in Praktiken, Prozessen und Objekten in den Blick zu bekommen und sie auf ihre epistemischen, medialen, ästhetischen und materiellen Implikationen zu untersuchen.
Programm
Tag 1
14:00 – 14:30
Einführung & Begrüßung
Organisatorische Hinweise
14:30 – 15:30
Olga Moskatova
Template, Preset, Schablone: Ästhetiken des Generischen in AI Foto-Apps
15:30 – 16:00
Kaffeepause (30 Min)
16:30 – 17:30
Paula Muhr
Algorithmische Postmemory: Facebook, Google Photos und die Mediation persönlicher Fotografie
17:00 – 18:00
Bob Jones
587 Blitze
18:30
Gemeinsames Abendessen
Tag 2
10:00 – 11:00
Robert Stadelmann
Die Rückkehr des Referenten: LiDAR-Punktwolken als Gegenbild zu KI-Fotorealismen
11:00 – 12:00
Tom Kaiser
Von Post-Focus bis Lichtfeldtechnologie – Fotografische Produktion und Rezeption im Kontext (semi-)automatischen Fokus-Stackings
12:00 – 12:30
Kaffeepause (30 Min)
12:30 – 13:30
Luisa Denker
Algorithmisch interpretierte Bilder. Zur visuellen Epistemik digitaler Gepäckscans
13:30 – 14:00
Gemeinsame Diskussion & Abschluss
Optional am Freitagnachmittag:
Ausstellungsbesuch Berlin
Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt, wir bitten um Anmeldung per E-Mail an .



